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lich  gegenwaͤrtig,  die  angesehenste  kaiserliche  Gesandtschaft  kam
an,  bei  der  sich  neben  zwei  Fuͤrsten  und  neben  zwei  Bischöfen
der  alte  gewandte  Staatsmann  Canzler  Schlick  befand,  De,
putirte  der  wichtigsten  geistlichen  und  weltlichen  Fürsten  traten
zusammen,  das  Basler  Concilium  hatte  ein  paar  seiner  töchtigsten
  Männer  geschickt,  und  die  päbstliche  Legarion,  so  angesehen
  sie  auch  war,  sah  beinahe  sich  verdunkelt.  Man  erwartete
  mit  größter  Sehnsucht  die  ausführlichste  Relation  der
von  Rom  zurückkommenden  ehurfürstlichen  Gesandten;  man
war  unter  allen  Gesandten  auf  keinen  begieriger  als  auf  den
Nürnbergischen  Syndikus  D.  Gregor  von  Heimburg,
weil  keiner  von  allen  so  wahr  und  so  freimüthig  als  er  sprach,
keiner  von  allen  die  Interessen  so  genau  kannte,  keiner  schon
seit  15  Jahren  die  ganze  Schule  so  gemacht  hatte;  ihn  allein
fürchtete  selbst  auch  der  kaiserliche  Secretär  Acneas  Piccolomini.

Umsonst  trat  auch  dieser  auf,  den  Eindruck  zu  mildern,
oder  völlig  zu  tilgen,  den  Heimburgs  Rclation  auf  alle  Gemüther
  sichtbar  gemacht  hatte,  umsonst  war  seine  kunstvollste
Erzählung,  was  Eugen  versichert,  wie  milde  er  gesprochen,
wie  bereitwillig  er  zum  Frieden  sey;  das  Resultat  aller  Erfolge
  der  Gesandtschaft  war  für  Heimburg,  der  Pabst  hatte
keine  Bullen  ausgestellt,  wie  man  sie  doch  von  ihm  gefordert,
die  päbsilichen  Legaten  waren  nicht  da,  zu  verwilligen,  sondern
  zu  negociiren;  die  ganze  Scene  schien  sichtbar  nur  auf
verzugsvolle  Täuschung  angelegt  zu  seyn.

Umsonst  suchte  der  kaiserliche  Secretär  den  Chur-Vund
zu  trennen.  Wer  von  den  Churfürsten  nicht  aus  Interesse
und  nicht  aus  Patriotismus  bei  dem  Bunde  blieb,  blieb  aus
Ehre  bei  demselben,  wen,  wie  der  Fall  mit  der  Chur-Brandenburgischen
  Legation  war,  die  genaueste  Verbindung  mit
der  kaiserlichen  Gesandtschaft  glücklich  zu  fesseln  schien  o),

*)  Eine  Haupt-Person  bei  der  kaiserlichen  Gesandtschaft  war  der