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Conserenzort  für  den  päbstlichen  Legaten;  gewiß  sprach  der
muthvollste  Deputirte  eines  patriotischen  Bischofs  zu  Aschaffenburg
  schüchterner,  als  er  in  Salzburg  oder  zu  Bonn  gesprochen
  haben  würde.

Fast  über  Erwartung  war  vorläufig  gewonnen,  daß  da
anfangs  nur  Chur-Mainz  Partie  nahm,  daß  nun  schon  die
Hälfte  des  Chur-Collegiums  zur  Faction  der  Pabsi-Partie
übergetreten  war  7),  daß  gerade  die  wichtigere  Hälfte  des
Chur-Collegiums  für  den  Pabst  schon  Partie  genommen  hatte,
denn  auf  seiner  Seite  standen  zwei  weltliche  Churfärsten,  und
von  den  geistlichen  Churfürsten  gerade  derjeuige,  der  die  größte
Provinz  aller  Deutschen  Lande  hatte,  der  den  Dechantem  und
Vorgeher  des  ganzen  Collegiums  machen  mußte  *8).  Ueber
Erwartung  war  gewonnen,  daß  nebst  Salzburg,  dessen  Deputirte
  schon  auf  dem  Fürsten-Convente  zu  Frankfurt  zur  kaiserlich=
  päbsilichen  Partie  sich  ablocken  ließen,  auch  die  Erz-Bischöfe
  von  Magdeburg  und  von  Bremen  erweicht  worden
waren,  daß  mit  ihnen  das  nördliche  Deutschland  fast  ganz

*)  Aus  bekannten  Ursachen  hat  man  auf  Böhmen  hier  gar  nicht
zu  sehen.  Mainz,  Pfalz  und  Brandenburg  gehörten  zur  Pabst-Partie,
  Cöln,  Trier  und  Sachsen  zu  den  Patrioten.  Was  der
Churfürst  von  der  Pfalz  für  seinen  Ueberkritt  zur  Pabst-Partie
erhalten  habe,  ist  noch  nicht  bekannt,  wie  stattlich  aber  dem
Churfürsten  von  Brandenburg  derselbe  belohnt  worden  sey,  hat
Herr  Gregel  l.  c.  S.  18  zuerst  bemerkt.  Die  Bischöfe  von
Brandenburg,  Lebus  und  Havelberg  wurden  bisher,  wie  Recht
war,  von  ihren  Capiteln  gewählt,  nun  erhielt  Churfürst  Friedrich
  II.  vom  Pabst  das  lebenslängliche  Privileginm,  diese  Bischöfe
  zu  ernennen.  Das  war  vom  Pabste  für  Deutsche  Kirchen-Freiheit
  gesorgt!

»2)  S.  Schreiben  Kaisers  Friedrichs  an  E.  B.  Dietrich  von
Mainz,  12.  August  1445  bei  Guden.  T.  IV.  p.  288.