500

ficherung,  daß  er  für  Hebung  derselben  bemühet  seyn  wolle;
sein  Bedürfniß,  Türken=  Hülfe  zu  haben,  und  das  Geld,  das
nach  Rom  floß,  als  Türken-Hülfe  zu  brauchen,  war  die
sicherste  neue  Garantie  seiner  kaiserlichen  Vorsorge;  das  Klagen-Register
  ward  oft  um-  und  abgeschrieben,  in  neue  Formen
  gebracht,  1522  dem  Pabste  überschickt,  viel  ward  tractirt
und  wenig  gerichtet.  4

Noch  ist  es  nicht  klar,  wie  es  denn  endlich  kam,  daß
man  nach  siebenjähtiger  Gedult,  da  der  Pabst  auf  hundert
Beschwerden,  die  man  ihm  vorlegte,  nie  redlich  und  rund
antworten  ließ,  wie  es  kam,  daß  die  katholische  Fürsten-Partie
  auf  dem  großen  Reichstage  zu  Augsburg  1530  dem  Kai,
ser  noch  einmal  ein  Klagen-Register  übergab,  und  thärtiger
als  bisber  auf  schleunige  Abschaffung  derselben  drang.  Der
Churfürst  von  Cöln  ließ  zwei  Jahre  nachher  auf  dem  Reichstage
  zu  Regensburg  sogar  von  vermeinten  Concordaten
sprechen,  bie  doch  vom  Pabste  nicht  gehalten  würden,  er
machte  mit  Hülfe  seiner  Landsiände  in  seinem  eigenen  Lande
Anstalten,  weil  die  Reichs-Anstalten  gar  zu  matt  giengen,
er  ließ  seine  Erklärungen  seierlich  ins  Reichs-Protokoll  eintragen,
  daß  seine  katholische  Orthodorie  eben  so  unbezmeifelbar
  seyn  möchte,  als  er  sein  Vischof=  und  Fürsten-Recht
ungescheut  ausüben  wollte.

Man  sah  endlich,  was  so  oft  und  so  feierlich  verhandelt
worden  war,  was  der  pöbstliche  Legate  nur  verzögerte,  der
Pabst  selbst  so  wenig  zu  heben  Lust  hatte,  als  es  sein  Mantuanisches
  oder  Trientisches  Concilium  heben  wollte,  man  sah
endlich  dieß  alles  als  klare  gerechte  Beschwerde  an,  über  deren
Abbelfung  nicht  länger  erst  mühsam  tractirt  werden  dürfe,
man  setzte  sich  selbst  in  Besitz  seines  Rechts,  weil  dem  Pabst
sein  Besich  nicht  einmal  ein  Interims-Recht  bis  zu  gütlicher