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Ueberdieß  schien  Peter  Leopold  bei  Ausführung  seines
Werks  noch  viel  vor  seinem.  Bruder  voraus  zu  haben!  Was
hatte  er  nicht  vorausgewonnen,  daß  er  anderthalb  Jahrzehende
lang  vorbereiten  konnte,  ehe  er  sein  Werk  aufing!  Auch  war
doch  gerade  der  Florentiner  für  eine  Reformation,  bei  der  es
vorzüglich  dem  Interesse  der  römischen  Curie  galt,  durch  National-Antipathie
  gegen  die  Römer  schon  mehr  als  vorbereitet.
  Und  war's  nichr  der  größte,  vorläufige  Gewinn,  den  man
je  bei  einer  Kirchenreformation  machen  kann,  daß  anderthalb
Jahrzehende  lang,  bei  Besetzung  der  wichtigsten  Plätze,  schon
in  der  Perspective  auf  den  vorliegenden  Plan,  die  Subjecte
gewählt,  erste  Aemter  und  Subalternstellen  planmäßig  besetzt,
und  vorläufig  ein  Kirchenpersonale  zusammengesucht  werden
konnte,  wie  man  es  denn  in  der  Eile  des  schvellen  Reformirens
  selren  zusammenfinden  kann.

Keine  Landstände  waren  da,  die  den  Eifer  des  Großberzogs
  hemmen  mochten.  Keine  Gefahr  des  Aergernisses  war
da;  denn  wenn  auch  der  Großherzog  nur  so  weit  ging,  als
seine  Nachbarn,  die  Venetianer,  längst  schon  gegangen  waren,
so  war  er  schon  ein  großer  Resormator.  Kein  Orden  ist  so,
mächtig  im  Florentinischen,  daß  er  sich  öffentlich  oder  heimlich
  einer  Reformation  widersetzen  konnte,  und  so  weit  nur
ein  Pabst  aufhören  kann  furchtbar  zu  seyn,  so  weit  war's  doch
mit  Pius  besonders  zu  Florenz.  Ueberdieß  deun  einen
Staat  zu  reformiren,  der  wie  Toscana,  ungefähr  eine  Million
Einwohner  hat,  dieß  ist  auch  noch  ein  Werk,  das  menschlichen
Kräfsten  zu  entsprechen  scheint;  aber  elne  Monarchie  von  ungefähr
  zwanzig  Millionen  Einwohnern  in  einer  Schnelle  voͤllig
umzusormen  —  Gott  erhalte  den  Kaiser!  und  erhalte  ihm
den  Muth  zu  reformiren,  wenn  er  nach  zehen  Jahren  erst  fieht,
daß  die  Reform  von  vorne  wieder  anfangen  muß!

So  viel  günstiger  schien  denn  alles  den  Absichten  Peter