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die  empfindsame  Parthie  zu  frühe  genommen.  Man  hat  den
gauzen  Contrast  zwischen  dem  Inquisitions-Gerichte  und  der
Religion  der  Liebe  tnehr  oder  minder  rednerisch  ins  Helle  gestellt.
  Man  hat  einzelne  Beispiele  der  Verfahrungsart  des
Inquisitions=  Gerichts  zur  Grundlage  der  ganzen  Geschichte
des  Inquisitions-Gerichts  gemacht.  Man  hatte,  wie  billig,
erst  nur  von  der  Seite  gestürmt,  von  der  man  die  Eroberung
des  leider  so  umüberwindlich  scheinenden  Platzes  am  ehesten
sich  versprechen  konnte.  Je  leichter  aber  diese  ganze  Parthie
zu  ergreifen  war,  je  schneller  wirksam  sie  zu  seyn  schien,  desto
weniger  verweilte  man  genug  bei  der  eigentlichen  Einrichtung
dieses  abscheulichen  Instituts,  desto  rascher  schloß  man  aus
halb  oder  ganz  wahr  erzählten  Beispielen  auf  die  eigentliche
Form  jener  verabscheuungswürdigen  Einrichtungen,  desto

hätte.  Unter  allen,  die  ich  verglichen  habe,  fand  ich  Paramo
de  origine  et  progressu  Inquisitionis.  Matriti  1598.  Fol.  weit
den  besten,  so  wenig  auch  das  Buch  dem  entspricht,  was  der
Titel  besagt,  wie  man  ungefähr  schon  aus  folgendem  sieht:
Der  erste  Titel,  den  er  in  sieben  Kapiteln  abhandelt,  ist  dieser
de  peccato  et  insidelitate  Adæ;  der  zweite  Titel,  den  er  in
sieben  Kapiteln  äbhandelt  de  moco,  duo  Deus  proccssit  contfa
Adamum  et  de  modo  procedendi  s.  Ossicii.  Der  dritte  Titel
handelt  in  fünf  Kapiteln  de  hariticis  et  idololatris  veteris  legis.

So  viel  nun  des  Unsinns  dieser  Art  im  ganzen  Buch  ist,
so  stecken  doch  hie  und  da  kleine  historische  Notizen,  die  schon
Plürs  von  der  spanischen  Ingquifition  in  Büschings
Magazin  V.  Th.  S.  69.  ꝛc.  so  benützt  hat,  daß  ich  höchst  wenige
  historische  Data  bei  ihm  fand,  die  nicht  Paramo  gehabt
hätte.  Und  nicht  einmal  hat  er  sie  alle  sorgfältig  zusammengelesen,
  noch  weniger  die  Widersprüche  wahrgenommen,  in  die
sich  Paramo  oft  sorglos  verwickelte.

Ueber  Limborch  und  Baker,  so  weit  nämlich  beide  hieher
  gehören,  urtheile  ich  nicht  gern.  Beide  Bücher  find  auch
ohnehin  allgemein  bekannt.: