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Jnquisitions-Reform  des  großen  Ministers  Don  Campomanes
  betreffen,  würde  eine  ausführlichere  Emwicklung  der
bier  befindlichen  Notizen  viel  zu  voreilig  gewesen  seyn,  so  nützlich
  es  auch  war,  erst  diese  Aktenstücke  dem  Publikum  vorzulegen,
  um  hie  und  da  wichtige  Bemerkungen  deutscher  Geschichtforscher
  und  Geschichtkenner  zu  erhalten,  und  so  mit  vereinten
  Bemühungen  auf  eine  Geschichte  der  spanischen  Inquisition
  vorzubereiten,  die  doch  nicht  anders  als  durch  solche
vereinte  Bemühungen  endlich  klar  werden  kann.  Wie  vieles
würde  in  der  einheimischen  Geschichte  Spaniens  klar  werden,
wenn  die  Inquisitions-Verhältnisse  recht  klar  gemacht  werden
könnten!

Gleich  in  der  so  Epoche  machenden  Regierung  Ferdinands
des  katholischen  und  Isabellens,  gerade  in  dem  Zeitpunkt,  da
Spaniens  große  Palingenesie  war,  da  sich  die  wichtigsten
Berhältnisse  in  der  Reichs-Constitution  entschieden,  und  innerhalb
  zweier  Generationen  die  königliche  Gewalt  bis  zu
einer  Höhe  und  Festigkeit  kam,  die  sie  selbst  in  Frankreich
erst  ein  Jahrhundert  später  durch  Richelieu  erhielt,  selbst  in
dem  entscheidendsten  Zeitpunkte,  da  ein  ganz  neues  Gewebe
der  spanischen  Geschichte  anfing,  selbst  da  schon  ziehen  die
stärksten,  weitlaufendsten  Fäden  des  neuen  Gewebes  gerade
aus  den  Regionen  hervor,  wo  die  Wysterien  der  ersten  Inquisitions-Einrichtung
  und  der  ersten  Veranlassungen  dieser
Einrichtung  ruhen.

Schon  Plürs  hat  deutlich  genug  darauf  fedeute,  daß
die  spanische  Inquisition  in  ihrer  ersten  Veranlassung  und
Einrichtung  nichts  weniger  als  ein  Rest  des  Religions-Eifers
war.  Sie  war  ein  Werkzeug  der  Kbnige,  die  den  Despotismus
  auf  den  Ruin  der  großen  Nationalfreiheiten  zu  gründen
suchten.  Sie  war  die  Erfindung  eines  Ministers,  der  diesen
Weg  für  den  sichersten  hielt,  den  großen  mächtigen  Klerus  zu