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ihn  Isabelle  kaum  guͤnstiger  erwarten  konnte,  daß  es  ihr  gerade
  in  der  Epoche  der  größten  Gährung  gelang,  eben  den
Mann  auf  den  Stuhl  von  Toledo  zu  bringen,  der  den  ganzen
  Entwurf  zur  neuen  Ingquisition,  aus  persönlicher  Ergebenheit
  gegen  sie,  schon  acht  Jahre  vorher  entworfen  hatte).
Und  daß  vollends  die  größte  aller  Schwierigkeiten  verschwand,
da  es  ihr  1489  gelang,  ihrem  Gemahl  Ferdinand  das
Grohmeisterthum  der  drei  Ritterorden  vom  heil.  Jakob,  von
Alcantara  und  von  Calatrava  zu  verschaffen,  und  so  die  Hauptschwierigkeit
  selbst  zu  heben,  die  auch  noch  Pabst  Innocenz  VIII.
gemacht  zu  haben  scheint,  da  er  die  neue  Inquisitions-Anstalt
  in  Castilien  lange  nicht  anerkennen  wollte.

Bis  Ferdinand  Großmeister  wurde,  hatten  sich  in  Castilien
  immer  noch  die  Ritterorden  der  Inquisstions-Anstalt
widersetzt.  Ihre  Privilegien  vertrugen  sich  nicht  mit  der
neuen  königlichen  Anstalt,  und  der  Pabst  mag  froh  gewesen
seyn,  daß  die  Collision  so  unverkennbar  war.  Sie,  die  bisber
  ihre  eigene  gerichtliche  Verfassung,  ihr  eigenes  Recht,  ihre
eigenen  Gerichtshöfe  gehabt  hatten,  sie,  die  bisher  frei  waren,
selbst  von  aller  bischöflichen  und  erzbischöflichen  Inspection;
sie,  die  bisher  in  letzter  Instanz  einzig  dem  römischen  Stuble
unterworfen  waren,  sie  sollten  einem  neuerrichteten  bloß  kôniglichen
  Gerichtshof  sich  unterwerfen,  einem  Gerichtshofe,  bei
dem  kein  ordentlicher  Assessor  ihres  Ordens  war.

Der  Pabst  hatte  also  doch  endlich  nachgegeben,  und  seine
Befürchtungen,  so  gerecht  sie  auch  waren,  hatten  sich  dießmal
nicht  erprobt.  Ein  Irrthum,  der  mehr  gegen  die  spanische
Regierung  als  gegen  die  Befürchtungen  des  römischen  Hofes

*)  Peter  Gonzales  von  Mendoza.  S.  Comecii  Commentor.
de  rehus  Nimenl,  p.  1003.