40

nen  hindurch  fortdauernden  Inquisitions-Instituts  war,  zeigte
fruͤh  genug  ihren  vollsten  Erfolg  auch  in  der  hoͤchsten  National-Region,
  in  der  koͤniglichen  Familie  selbst.  Der  Koͤnig
gehoͤrt  zur  Nation;  was  diese  endlich  durch  ihn  wird,  das
wird  sein  Haus  selbst  auch  früh  oder  spät,  das  ist  die  Präformation
  der  Bildung  seines  Enkels  oder  Urenkels.

In  eben  der  Zeit  auch,  da  die  lenkende  Hand  schwächer
wurde,  in  eben  der  Zeit  gewann  die  Inquisition  durch  ihr
Personale  einen  Respect  und  eine  Wirksamkeit,  die  auch  ein
seiner  ersten  Anlage  nach  minder  mächtiges  Justitut,  wenigstens
  auf  eine  Generatson  lang,  fast  allmächtig  hätte  machen
müssen.  Schon  Portocarrero,  der  noch  in  den  zwei  letzten
  Jahren  König  Philipps  II.  Großinquisitor  war,  trieb  durch
seine  persönlichen  Verhältnisse  das  Ansehen  seines  Amts  weit
höher  Als.  selbst  der  Cardinal  und  Erzbischof  von  Toledo,
Caspar  Quiroga  gethan,  der  doch  ein  und  zwanzig
Jahre  lang  diese  Stelle  bekleidete,  und  noch  überdieß  dabei
Cbef  des  Staatsraths  war.  Doch  noch  weit  höher  krieb's  der
Beichtvater  König  Philipp  III.,  der  Dominikaner  Aloysius
von  Aliaga  0),  und  wenn  man  hiebei  auch  nur  die  Nachrichten
  vergleicht,  die  der  damals  in  Spanien  befindliche  kgiserliche
  Gesandte  Graf  Khevenhüller  erzählt,  so  ist's  fast  unbegreiflich,
  wie  so  schnell  sich  die  Lage  dieses  Instituts  geändert
  haben  konnte,  wie  bald  es  dem  Könige  furchtbar  wurde.

Offenbar  kam  auch  jetzt  mehr  Ordensgeist  in  das  Insti-)

  Auf  Portocarrero  folgte  der  Cardinal  und  Erzbischof  von  Sevilla
  Ferdin,  de  Ninno  und  de  Cuevara.  Dessen  Successor  war
der  Bischof  von  Carthagena,  Jo.  de  Zuniga.  Diesem  folgte  zuerst
  der  Bischof  von  Valladolid  Joh.  Bapc.  von  Azevedo,  und
dann  der  Cardinal  Erzbischof  von  Toledo  Don  Bernhard  Royas
2#  Sandofal.  Hierauf  dann  bis  1622  der  Dominikaner  Aliaga.