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Unterthanen  eine  solche  Gewalt,  als  von  nun  an  der  Jesuitengeneral
  uͤber  die  Individuen  seiner  Compagnie  hatte,  und
schwerlich  findet  sich  in  der  Geschichte  aller  Reiche  und  aller
Gesellschaften  irgend  ein  Fall,  daß  ein  Despote  einen  andern
Despoten,  der  der  Regel  nach  von  ihm  abhaͤngig  seyn  sollte,
freiwillig  und  auf  Bedingungen  dieser  Art  zum  unabhängigen
Herrn  gemacht  habe.  Was  der  Jesuitengeneral  wurde  und
war,  war  er  allein  durch  den  Pabst,  und  dieser  machte  ihn
zugleich  doch,  in  einigen  seiner  wichtigsten  Verhältnisse,  auch
von  der  obersten  Regiminalgewalt  des  rdmischen  Stuhls  so
unabhängig,  daß.  neben  dem  alten,  längst  bekannten  Pabste
ein  neuer  Pabst  in  der  Person  des  JFesuitengenerals  aufzustehen
schien.  Ein  neuer  Pabst,  dessen  Gewalt  viel  furchtbarer  war,
als  die  des  alten,  der  diesen  Sohn  erzeugt  hatte,  weil  die
Maschine,  mit  der  jener  und  durch  die  jener  wirkte,  viel  besser
eingerichtet,  und  der  schuelleren  auch  wirksameren  Manipuli
rung  viel  fähiger  war.  ·

Seitdem  war  nun  also  der  Jesuitengeneral  recht  entschieden
  Herr  uͤber  Leib  und  Seele  seiner  Untergebenen,  und  die
Gesetze  des  Ordens  wissen  nicht  Ausdruͤcke  genug  zu  finden,
und  nicht  Fälle  genug  auszuzählen,  um  die  Allgemeinheit  und
Unbeschränktheit,  wie  die  Ordensindividuen  ihrem  obersten  Chef
unterworfen  seyn  sollten,  recht  klar  zu  machen.  Der  Gehorsam
  —  so  hieß  es  in  den  Declarationen  der  Constitutionen,
die  völlig  gleich  verpflichtende  Autorität  mit  den  Constiturionen
  selbst  haten  —  der  Gehorsam  gegen  die  Ordenssuperioren
  muß  nicht  bloß  in  der  Vollziehung,  sondern  auch  im
Willen  und  selbst  im  Verstande  seyn;  denn  bloß  das  ist  vollkommener
  Gehorsam,  wenn  man  nicht  nur  thut,  was  von
dem  Obernbefoblen  isi,  sondern  das  selbst  auch  will  und  das
selbst  auch  gut  findet,  was  sie  besohlen  haben.  Man  muß
sich  von  der  göttlichen  Vorsehung  durch  seine  Ordenssuperio-