122

Cencius  Zeiten  erhielt  6),  denn  gerade  in  dieser  Periode  hatten
  sich  die  Finanz-Plane  oder  Bedürfnisse  des  rômischen  Hoses
  so  entwickelt,  datz  selbst  Schweden  und  Norwegen  zinsbar
werden  mußten.  Ein  guter  Genius  schien  allein  noch  über
Dänemark  zu  wachen,  und  weil  sich  auch  nicht  eine  Spur
findet,  daß  in  den  drei  Menschenaltern  von  Innocenz  III.  an,
dis  auf  die  Anfangszeiten  der  Avignonischen  Päbste  irgend
eine  Veränderung  dieser  Verhälrnisse  entstanden  sey,  so  schließt
man  mit  vieler  Zuversicht,  daß  sich  jene  ursprüngliche  Freibeit
  der  dänischen  Kirche  erhalten  habe.  Der  Peterspfenning,
wegen  dessen  der  Pabst  1317  an  den  Erzbischof  von  Lund  geschrieben
  ),  mag  also  gerade  eben  derselbe  gewesen  seyn,  der
in  Censii  libro  Censuum  vorkommt,

Wie  es  sich  also  hier  einmal  gemacht  hatte,  so  blieb  es,
und  man  würde  ganz  getrost  binzusetzen,  so  blieb  es  bis  zur
Zeit  der  Reformation,  wenn  nicht  höchst  unerwartet  4558  eine
Nachricht  dazwischen  käme.  Sie  ist  aus  dem  Munde  des
Königs  Magnus  von  Schweden.

König  Magnus  bat  nehmlich  damals  den  Pabst  um  Er,
laubniß,  von  Dänemark  so  viel  zu  erobern,  als  ihm  nur  moͤglich
  sey.  Schonen  habe  er  bereits,  aber  nicht  nur  diese  Provinz
  mochte  er  behalten,  die  der  Schlüssel  zu  seinem  Reich
sey,  sondern  auch  die  übrigen  Länder  des  dänischen  Reichs  in
Besitz  nehmen.  Der  Kaiser  habe  biebei  nichts  zu  sprechen,
sondern  allein  der  Pabst,  denn  Dänemark  gehöre  nicht  zum
deulschen  Reich,  und  habe  nie  dazu  gehoͤrt,  aber  der  rmischen
Pirche  sey  es  zinsbar,  und  diesen  Zins  werde  auch  der  König

*)  Also  von  1100  —  1192.
*0  Rainald  ad  li.  a.  u.  19.