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man  nimmt  die  Erzaͤhlung  der  spaͤtern  Historiker,  die  freilich
um  mehrere  Jahrhunderte  zu  jung  seyn  moͤgen,  als  daß  sie
Zeugen  seyn  koͤnnten,  wenigstens  als  Hypothesen  an,  die
man  ohne  Schwierigkeit  wieder  aufgibt,  sobald  sich  wahrscheinlichere
  Nachrichten  oder  neue  diplomatische  Notizen  zeigen.

So  erzählen  nun  hier  die  spätern  Annalisten  0),  König
Offa  habe  im  Jahr  794  eine  Reise  nach  Rom  gemacht,  um
dort  die  Stiftung  des  St.  Albans-Klosters  vollends  zu  Stande
zu  bringen,  und  manche  wichtige  Privilegien  für  dasselbe  vom
Pabst  zu  erhalten.  Der  Pabst  habe  nach  dem  Wunsche  des
Kdnigs  das  neugestiftete  Kloster  von  aller  bischöflichen  Jurisdiction
  befreit,  und  der  König  zum  Dank  eine  Stiftung  gemacht,
  die  dem  Pabst  eben  so  angenehm  seyn  mußte,  als
nützlich  sie  selbst  auch  für  England  war.  Zu  Rom  sey  nämlich
  schon  von  älteren  Zeiten  her  eine  Schule  von  Engländern
gewesen;  ein  Institut  wo,  wie  die  spätern  Schrifesteller  vermutheten,
  junge  Engländer  zu  Geistlichen  erzogen,  und  sodann
nach  einigen  Jahren  ins  Vaterland  zurückgeschickt  wurden.
Diesem  Seminarium  zum  Besten  habe  König  Offa  die  Stiftung
  gemacht,  daß  könftighin  jede  Familie  in  seinem  Reich,
die  ein  gewisses  Grundeigenthum  besitze,  alle  Jahre  einen
Denarius  steuern  sollte.  Nur  wer  auf  dem  Territorium  des
neugestifteten  St.  Albans-Klosters  wohne,  sollte  von  dieser
nach  Rom  gehenden  Steuer  frei  seyn,  denn  das  Kloster  selbst
sollte  auf  seinem  Territorium  diese  Abgabe  ziehen  ).

»)  Die  Hauptstellen  finden  sich  gehörigen  Orts  in  Spelmanns
Glossarium.  -
"")WennSpecmanninseinemlessariumbeidemArtikelRos
mescot  sagt:  Ecclesia  S.  Albani  Protomartyris  non  solum
libera  suit  a  Romescot  impendendo,  sed  collectum  per
lotam  Hersordensem  provinciam  sibi  retinuit  in
usus  proprios,  Ofla  Bege  hoc  a  Romano  Pontihcc  impe-