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Name  Pfaff,  ein  ehrwuͤrdiger  Name  im  mittlern  Zeitalter,
hat  eben  diesen  Ursprung  mit  dem  Namen  Pabst.

Man  kann  diesen  sogenannten  geisilichen  Despotismus
von  zwei  Seiten  betrachten:

a)  wie  dieser  Pfaffe  alle  übrige  Pfaffbeit  im
Occident  in  seine  Gewalt  bekommen  und  behauptet
  habe;

b)  wie  er  sich  auf  den  Nacken  der  Abnige  gesetzt.


Die  erstere  Beziehung  ist  unstreitig  die  wichtigere.  Alle
Geschichte  beweist,  daß  es  unendlich  leichter  ist,  Könige  in
seine  Gewalt  zu  bekommen,  als  ein  Corps  von  Geistlichen  zu
kommandiren.  Man  wird  über  keine  Klasse  von  Menschen
schwerer  Herr,  als  über  die,  aus  der  man  selbst  ist.  Ein
Meisterstück  politischer  Klugbeit,  wenn  ein  Kollege  über  eine
ganze  Schaar  seiner  Kollegen,  welchen  er  Jahrhundertelang  gleich
stand,  die  alle  eben  den  Wurm  von  Ehrgeiz  im  Kopfe  haben,
von  welchem  sein  Innerstes  zernagt  wird,  endlich  so  emporsteigt,
  daß  sie  zuletzt  gleich  dem  übrigen  Volk  in  der  Nähe
und  Ferne  verstummen,  niederfallen  und  anbeten  müssen.

Daß  dieser  geistliche  Despot  sich  den  Königen  auf  den
Nacken  gesetzt  hat,  ist  nicht  so  verwunderungswerth;  denn
Könige  waren  nicht  immer  die  stärksten  der  Menschen.  Wenn
kein  geschorner  Kopf  mit  ihnen  spielte,  oder  durch  sie  regierte,
so  war's  vielleicht  ein  Mädchen,  ein  Lustigmacher,  oder  der
Mann,  der  in  frühern  Jahren  ihr  Hofmeister  war.  Aber,  um
eine  Schaar  Geistliche  zu  kommandiren,  Pfaffen  und  Moͤnche
zu  kommandiren,  seine  Oberherrschaft  über  sie  so  lange  und
so  drückend  zu  behaupten,  sie  mit  zu  Werkzeugen  zu  gebrauchen,
um  seinen  Despotismus  über  die  Laien,  gekrönte  und  ungekrönte,
  zu  behaupten;  hier  liegt  eigentlich  der  größte  Knoten.

Die  Sache  gibt  sich  von  selbst,  warum  dieser  Kno-1

