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nunterrichtet,  der  uns  mit  vieler  ZJuverlässigkeit  sagt,  wie  es
uns  jenseits  des  Todesthals  gehen  werde,  vorzüglich  ehren  und
fürchten.  Ehrfurcht  des  Laien  gegen  den  Geistlichen  ist  also
gleichsam  ein  ordentliches  Naturgesetz,  und  die  Grenzen  dieser
Ehrsfurcht  werden  so  leicht  durch  zufällige  Umstände  erweitert.
Der  Geistliche  hat  so  viel  hundert  Mirtel  in  seiner  Gewalt,
sie  zu  erweitern,  daß  es  kein  Wunder  ist,  weun  endlich  aus
dem  geehrten  lgeistlichen  Manne  ein  Pabst  der  Laien  wird.
So  gibt  es  Miniatür-Päbste  in  allen  Perioden  der
Geschichte  beider  evangelischen  Kirchen;  aber  weil  sich  jetzt
nicht  leicht  mehr  persönliche  Autorität  so  schuell  in  dauernde
Amtsautorität  verwondelt,  so  dauert  auch  meistens  die  Freude
mit  diesen  nicht  lang.  In  der  Geschichte  des  röômischen  Pabstthums
  aber  hat  es  ein  Geistlicher  dahin  gebracht,  daß  nicht
nur  die  Laien,  sondern  auch  alle  öbrige  Geisiliche  glauben,  so
wie  dieser  habe  Niemand  die  Wahrheit  ohne  allen  Trug  und
Nebel  gesehen,  so  wie  dieser  könne,  Niemand  sagen,  wie  es  —
den  Schritt  einmal  über  das  Grab  gewagt  —  stehen  werde,
so  wie  dieser  könne  keiner  helfen,  wenn  es  ungefähr  allem
PVermuthen  nach,  jenseits  des  Grabes  mit  einem  oder  dem  andern
  nicht  gut  stehen  sollte.  .

Man  klagt  sonst,  daß  die  Menschen,  ganz  versunken  in  das
Gegenwärtige,  um  die  Zukunft  sich  gar  nicht  bekümmern,  über
dem  Zeitlichen  an  die  Ewigkeit  gar  nicht  denken;  aber  dieser  Geistliche
  hat  seine  Herrschaft  selbst  uber  seine  Kollegen  ganz  darauf  gebaut,
  daß  er  ihnen  mit  Unglück  aus  dem  andern  Leben  drohr.  Die
Drohung  wirkte  Jahrhunderte  hindurch.  Sonsl  nützen  sich  Bewegungsgründe
  an  der  Seele  des  Menschen  leicht  ab,  besonders
wenn  selbst  die  Erfüllung  des  Gedrohten  nicht  sichtbar  unter  den
Augen  liegt;  aber  hier  wirkte  die  Drohung  fast  immer  gleich
krästig  fort.  Der  Mensch  muß  doch  nicht  so  sorglos  in  Ansehung
  der  Zukunft  seyn,  wie  man  ihn  gemeiniglich  schildert!