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Außer  diesen  wichtigen  Hauptideen  der  ganzen  Geschichte
des  Pabstthums,  verdient  es  auch  nebenher  noch  einige  Aufmerksainkeit,
  wie  es  möglich  war,  daß  es  so  viele  Menschen  geben
konnte,  die,  nachdem  sie  den  päbstlichen  Thron  erstiegen,  wirklich
  glauben  konnten,  sie  sepen  das,  wofür  man  gewöhnlich
den  Pabst  ausgiebt.  Den  Abend  vorher,  ehe  der  heilige  Geist
im  Conclave  für  sie  entschied,  noch  trügliche,  fehlende  Menschen,
  Erdensbhne,  wie  alle  ihre  Herren  Mitbrüder;  und  nun
mit  einemmale,  sobald  die  Ceremonie  der  Jnthronisirung  vor
sich  gegangen  ist,  Halbgdtter,  untrügliche  Stellvertreter  Christi,
Aufseher  über  die  Gnadengaben  des  heiligen  Geistes  und  fehlerlose
  Ausspender  derselben.  Wie  hat  denn  einer  von  denen,
mit  welchen  diese  große  Veränderung,  vorgegangen,  angegeben,
wo  er  es  denn  eigentlich  gespürt  habe,  daß  es  nun  so  plötzlich
  ein  ganz  ander  Ding  mit  ihm  geworden  sey!  —  Wenn
sich  ehedem  die  Priesterin  des  Apollo  auf  ihren  Dreifuß
setzte,  so  sab  man  ihr  den  Augenblick  an,  in  welchem  sie  vom
Apoll  begeistert  worden.  Sie  bekam  die  heftigsten  Zuckungen
in  allen  Gliedern;  die  Haare  sträubten  sich  empor;  es  war
unverkenubar,  daß  sie  ihrer  selbst  nicht  mehr  mächtig,  daß  ein
Gott  in  ihr  sey.  Aber  der  Pabst  —  zum  erstenmal  als
Pabst  auf  seinen  Stuhl  gesetzt,  man  sicht  ihm  gar  nicht  au,
daß  er  nicht  der  alte  sey.  Vielleicht  daß  er  etwas  stolzer,
freier,  frommhochmöthiger  von  diesem  hoben  Stuhle  herumblickt;
  aber  diese  Wirkung  hat  jeder  hohe  Stuhl;  es  bedarf
keines  päbstlichen  Throns.  Und  doch  konnten  so  viele  Menschen,
  die  nicht  innerlich  und  äußerlich  in  sich  empfanden,  daß
sie  andere  Menschen  geworden  seyen,  glauben,  daß  sie  mit
einemmale  aus  der  Klasse  der  gemeinen  Menschen  in  die  Klasse
der  Halbgtrer  hinaufgerückt  seyen!  Giebt  es  einen  sicherern
Beweis  in  der  ganzen  pspchologischen  Geschichte,  daß  sich  der
Mensch  alles  bereden  kann?7.