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stellern  von  einem  findet,  der  auch  Bisch  of  zu  Rom  gewesen
  sey.

Etwas  wichtiger  kommt  er  denn  endlich  zu  Ende  des
zweiten  Seculums  zum  Vorschein,  aber  so,  als  ob  dieser  erste
vorübergehende  Auftritt  Vorspiel  der  Manier  seiner  ganzen
Eristenz  seyn  sollte.  Der  kleine  Herr,  von  dem  man  unterdeß
fast  gar  nichts  gewußt  hat,  will  trotzig  thun,  den  Herrn  und
Gebieter  spielen,  befehlen,  wo  er  nicht  einmal  bitten  durfte.
Der  Fall  war  dieser:  die  alten  Christen,  weil  sie  lange  noch
an  den  Ceremonien  des  Judenthums  hingen,  aßen  noch  zu
Ende  des  zweiten  Jahrhunderts  immer  ihr  Osterlamm.  So
war  es  in  Kleinasien,  so  in  Rom.  Darüber  stritt  man  sich
auch  gar  nicht,  ob  es  ziemlich  sey,  noch  so  jüdisch  zu  essen,
sondern  nur  über  die  Zeit,  wann  der  Lammobraten  verzehrt  werden
  sollte,  ward  man  uneinig.  In  Kleinasien  aßen  sie  ihren
Lammsbraten,  wann  ihn  gewöhnlich  die  Juden  aßen.  Um
diese  Zeit,  hieß  es,  habe  ihn  Christus  gegessen,  also  wollen  sie
ihn  dann  auch  essen.  Zu  Rom  glaubten  sie,  man  müsse  bis
auf  den  Gedächtnißtag  der  Aufersiehung  Jesu  warten,  das
Bratenessen  aufschieben  bis  auf  jenes  Fest.  Bischof  Bictor
(so  hieß  der  umer  den  roͤmischen  Bischöfen,  der  zuerst  als
merkwürdiger  Mann  vorkommt)  wurde  urversöhnlich  über
die  Kleinasiaten  aufgebracht,  daß  sie  nicht  mit  ihm  zugleich
den  Braten  essen  wollten.  Ererklärte  ihnen,  daß  er  sie  wegen
dieser  wichtigen  Discrepanz  nicht  für  seine  Brüder  erkennen,
alle  Kommunikation  aufheben  müsse;  aber  man  wunderte  sich
über  den  eigensinnigen  Bischof  damals  so  sehr,  fragte  ihn  so
vernehmlich,  woher  er  das  Recht  zu  solchen  Drohungen  habe,
daß  er  für  das  Rathsamste  hielt,  sich  zurückzuziehen.

Noch  hörte  man  über  ein  halbes  Jahrhundert  nichts,
was  merkwürdig  war.  In  der  Mitte  des  dritten  Jahrhunderts
haben  sich  wohl  ein  paar,  Cornelius  und  Novatianus,

Spittler's  sämmtliche  Werke.  Bd.  IX.  42