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gestritten,  wer  Bischof  seyn  sollte;  aber  man  fieht  aus  der
Geschichte  des  ganzen  Streits,  daß  es  gar  nicht  um  eine  bedeutende
  Würde  zu  thun  ist.

Je  weiter  sich  freilich  die  christliche  Kirche  ausbreitete,
desto  häufiger  kam  der  Fall,  daß  man  bisweilen  bei  den  Bischöfen
  zu  Rom  in  einzelnen  Angelegenheiten  an  fragte;  aber
einen  um  einen  guten  Rath  bitten,  heißt  noch  nicht,  ihn  zu
seinem  Herrn  annehmen.  Ein  kluger  Mensch  wird  freilich
einen  Angesehenern,  Mächtigern  nicht  oft  um  guten  Rath
fragen.  Es  wird  zuletzt  doch  eine  gewisse  Subordination
daraus.  Hätten  die  alten  Bischèfe  in  den  ersten  sechs  Jahrhunderten
  dieß  beobachtet,  der  Bischof  von  Rom  würde  nicht
über  sie  hinausgewachsen  seyn.  So  verdroß  es  freilich  den
guten  Bischof  Stephan  in  der  Mitte  des  dritten  Jahrhunderts,
  wenn  man  ihn  fragte:  ob  einer,  welchen  ein  Ketzer
getaust  hätte,  noch  einmal  getauft  werden  müsse,  und  man
sich  nach  seiner  Antwort  nicht  richten  wollte.  Er  that  böse,
aber  man  ließ  ihn  böse  thun.

Laßt  uns  mitleidig  seyn  und  dem  guten  Bischof  verzeihen,
wenn  er  einmal  anfing  zu  glauben,  er  sey  ein  kleiner  Herr,  die  andern
  Bischoͤfe  sollen  sich  nach  ihm  richten.  Die  Anzahl  der  Geistlichen
  in  Rom  hatte  sich  in  der  Mitte  des  dritten  Jahrhunderts
schon  so  vermehrt,  daß  46  Presbyters,  7  Diaconen  da  waren.
7  Subdiaconen,  42  Moluthi,  52  Erorcisten,  1500  Wittwen  und
Arme.  Dieß  waren  also  zwar  nur  Kantoren  und  Opfermänner
  und  Küster,  und  alte  Weiber  und  Bettler,  worüber  der
Herr  Pastor  zu  befehlen  hatte,  ja  nicht  einmal  zu  befehlen
batte,  sondern  bei  denen  er  eigentlich  nur  viel  galt;  aber  gemeiniglich
  gibt  es  die  gewaltthätigsten  Arten  von  Menschen,
deren  Kommando  so  anfängt.  Sie  behandeln  die  ganze  Welt
nachher  gerade  so,  wie  sie  in  ihrer  ersten  Sphaͤre  zu  regieren
anfingen.  Laßt  uns  billig  seyn,  und  diesen  chrlichen  und