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melte,  diesem  die  Ohren  so  voll,  daß  er  vor  ihrer  aller  Augen
ihre  Klageschriften  uneröffnet  in's  Feuer  warf  (325).

Der  rmische  Bischof  verlor  freilich  ein  sehr  mächtiges  und
reiches  Beichtkind,  wie  Constantin  durch  Anlegung  einer  neuen
Residenz  auf  der  Grenze  von  Asien  und  Europa  sein  Namensgedächtniß
  stiften  wollte;  aber  so  bequem  der  neue  Schatten
des  großen  Herrn  für  das  erste  Aufkommen  des  kleinen  Herrn
war,  so  beschwerlich  mußte  es  diesem  werden,  sobald  er  selbst
zum  großen  Herrn  werden  wollte.  Jwei  Könige  in  einer
Stadt,  der  eine  mit  der  Mütze,  der  andere  mit  der  Kaiserkrone,
  würden  nie  zusammengepaßt  haben.  So  hat  der  rmische
Bischof  froh  seyn  können,  daß  der  Kaiser  abzog,  so  weit  hinwegzog.
  Und  wie  nachher  auch  der  Occident  einen  eigenen  Kaiser
bekam,  so  blieb  auch  dieser  wieder  in  Ravenna.  Auch  das  neidete
  der  rômische  Bischof  nicht;  Rom  blieb  doch  Rom,  einmal
  berühmt  gewordene  Hauptstadt  der  Welt;  der  Bischof
daselbst  blieb  also  auch  primus  Ilonorarius  aller  occidentalischen
  Bischöfe.  An  diesen  wandte  sich  immer  jede  der  Parteien,
  in  welche  sich  schon  unter  Constantins  Regierung  die
Christenheit  theilte;  nicht  gerade,  daß  er  richten  sollte  (daß
er  das  in  der  That  thun  könne,  glaubte  Niemand,  als  der,
dem  er  jedesmal  Recht  gab),  sondern  jeder  suchte  so  viel  moͤglich
  die  Angesehensten  auf  seiner  Partei  zu  haben.  Er  konnte
doch  bei  dem  kaiserlichen  Hofe,  auf  dessen  Entscheidung  endlich
  Alles  ankam,  ctwas  Vortheilhafteres  ausrichten,  wenn  er
es  dahin  bringen  konute,  daß  wider  seine  Gegner  Geschrei
von  Rom  und  Alerandrien  kam.  Unterdeß  mögen  sich  damals
  manche  römische  Bischöfe  gewünscht  haben,  daß  man
sich  doch  nicht  an  sie  gewendet  haben  moͤchte;  sie  haͤtten  sich
gern  durch  Siillschweigen  als  Leute  gezeigt,  die  die  Sache
verstehen;  mußren  sie  sich  aber  erklären,  ach,  so  war  Ruhm