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Iweite  Periode.

Vom  Ende  des  vierten  Jahr  hunderts  bis  zu
Ende  des  achten.

Im  Anfange  dieses  Zeitabschnitts  hätte  man  nicht  vermuthen
  sollen,  daß  der  Knabe  nur  so  alt  werden  würde,  um  seine
Täcke  aufzuschließen;  denn  es  waren  klägliche  Zeiren  in  Italien,
und  besonders  auch  in  Rom.  Ein  Heer  von  Barbaren  stürzte
auf  das  roͤmische  Reich  ein.  Alarich  verheerte  und  verwüstete
Rom  so  unmenschlich,  als  zu  den  Zeiten  der  Reformation  die
Soldaten  des  eifrig  katholischen  Kaisers,  Karls  des  Fünften.
Wenn  ein  Schwarm  solcher  verheerender  Barbaren  abzog,  so
kam  der  andere;  und  wie  zuletzt  in  der  Mitte  des  fünften
Jahrhunderts  Attila  einbrach,  bebten  die  Römer  wie  die
Kinder,  winselten,  bis  endlich  ihr  Bischof  Leo  sich  auf  den
Weg  machte,  mit  den  Varbaren  zu  tractiren.  Der  gewandte
Hofmann  (denn  das  war  Leo,  aber  nicht  erst  sein  rdmischer
beiliger  Geist  hat  ihn  dazu  gemacht,  sondern  die  lange  Praris,
ehe  er  Bischof  wurde),  Leo,  sage  ich,  wußte  den  Held  so  zu
besänftigen,  daß  er  zurückging.  Aber  vier  Jahre  nachher  erschien
  der  Vandale  Genserich,  von  rauherer  Natur;  Rom
wurde  auf's  Neue  unmenschlich  gepluͤndert.  Harte  Zeiten,  wo
der  Bischof  nicht  aufkommen  konnte,  wenn  so  zwei  Herren
aufeinander  die  Residenz  verwüsteten!  «

Doch,  geht  das  Fischen  nicht  oft  am  gluͤcklichsten,  wenn
das  Wasser  truͤbe  ist?  So  war  der  Wachsthum  der  roͤmischen
Bischoͤfe  in  dieser  Periode  sich  gar  nicht  gleich.  Bald  bekam
der  Pabst  selbst  auch  bei  der  allgemeinen  Verwirrung  Stoͤße,
bald  that  er  hie  und  da  einen  Zug,  auf  den  er  sich  nachher
berufen  konnte;  als  ob  von  jeher  Alles  recht  gewesen  waͤre,
was  er  sich  oft  in  truͤben  Zeiten  zu  thun  erlaubt  hatte.  Traf
es  sich,  daß  eine  Partei  im  Orient  unterdruͤckt  wurde,  so