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wandeln,  wie  in  den  geordnetsien  Reichen  öfters  ein  Factum
  im  Stande  ist,  den  Regenten  zum  Despoten  zu  machen.
Aber  die  Lage  ist  für  den  Menschen  so  unnatürlich,  einen
Menschen,  den  er  vor  seinen  Augen  entstehen  gesehen  har,
dessen  Jugendgeschichte  er  kennt,  für  einen  untrüglichen  Menschen
  und  Deposstär  der  Allwissenheit  Gottes  zu  halten.  Es
gehören  viele  fortdauernde  Zufälle  dazu,  ehe  der  Mensch  sich
in  diese  unnatürliche  Lage  so  geschmiegt  hat,  daß  sie  natürlich
  wird.  v

Die  Hauptscene  des  rômischen  Bischofs  war  das  fräukische
  Reich.  Der  Werth  seiner  politischen  Eristenz  hing  daher
vorzüglich  von  den  politischen  Revolutionen  des  fränkischen
Reichs  ab.  Ludwig  der  Milde  (778  —  340)  brauchte
zwar  noch  Regentenautorität  gegen  den  romischen  Bicchof;
aber  es  war  immer  Autoritär,  wie  sie  ein  paar  verzärtelnde
Elrern  gegen  einen  einzigen  Sohn  brauchen.  Die  Bischöfe
seines  Reiches  spielten  ihm  mit,  wie  einem  Gecken.  Der
römische  Bischof  war  sein  erster  Reichsbischof,  und  konnte
sein  Spiel  desto  sicherer  mitmachen,  je  entfernter  er  war.
Milde  Regenten  werden  gewöhnlich  nie  mehr  mißhandeit,  als
wenn  sie  streuge  Vorfahren  gehabt  haben.  Es  war  unter
Ludwig  schon  starke  Pränumeration  auf  einen  künftigen  Pabst,
daß  die  Reichsbischdfe  sich  unterstehen  durften,  den  Kaiser
feierlich  Kirchenbuße  thun  zu  lassen.  Es  war  ein  Original,
wovon  Gregor  Vll.  zu  Canossa  nur  eine  verschdnerte  Kopie
gab.  Wie  sich  unter  des  milden  Ludwigs  Söhnen  das  große
Reich  in  mehrere  von  einander  unabhängige  tbeilte,  dauerte
der  alte  anarchische  Zustand  noch  viel  regelloser  sort.  In
jedem  einzelnen  kleinen  Reiche  war  es  jetzt,  wie  vorher  im
ganzen.  Die  Brüder  lebten,  wie  meist  Brüder  zusammen
leben,  besonders  wenn  ein  Stiefbruder  unrer  ihnen  ist,  den
eine  schlaue  Stiefmutter  pflegt  und  hegt;  sie  bissen  sich  unter