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vorsichtig  seyn;  und  es  wäre  ihr  nicht  eingefallen,  wenn  nicht
damals  Rikolaus  lI.  regiert  hätte.  Dieser  zog  den  Prozeß
vor  Frankreich,  untersuchte  die  Sache,  that  die  Bischdfe  von
Koͤln  und  Trier  in  den  Bann,  setzte  sie  ab,  befahl  den  übrigen,
  sie  nicht  als  ihre  Mitbischöfe  zu  erkennen.  Lothar  aber
war  ein  elender  Mensch.  Bald  wurde  Teutberg  weggeschickt,
bald  Wallrade  angenommen;  bis  er  endlich  seine  Anhänger
und  die  Bischdfe,  die  ihm  zu  seinem  Mädchen  verholfen  hatten,
  dem  Pabste  preisgab.  Diese  wurden  abgesetzt.  Die
Folgen  kann  man  leicht  ermessen.  Man  wird  wenige  Könige
in  der  Geschichte  finden,  die  geglaubt  haben,  daß  das  sechste
Gebot  ein  praeceptum  regium  sey,  also  wenig  Könige,  die
der  Pabst  nicht  von  dieser  Seite  fassen  konnte,  bei  einer  Leidenschaft,
  die  besonders  bei  Menschen,  die  alle  ihre  Launen
so  erfüllen  können,  wie  Könige,  sehr  stark  zu  seyn  pflegt.
Von  der  Zeit  an,  daß  der  Pabst  in  die  Ehehändel  der  Könige
sich  mischen  konnte,  waren  Dinge,  die  sonst  ihrer  Natur  nach
Familiengeheimnisse  seyn  müßten,  aktenmäßig.  Es  revoltirt
Jeden,  der  Empfindung  für  Wohlstand  hat,  wenn  er  hört,
daß  die  Gemahlin  Heinrichs  IV.  vor  einer  ganzen  Versammlung
  von  deutschen  Bischöfen  aufgetreten  sey,  und  aus  dem
Ehebette  Sachen  erzählt  habe,  die  der  Leser  nicht  lesen  mag.
Das  ist  in  einen  päbstlichen  Brief  gekommen,  und  der  Pabst
hat  aus  den  Begebenheiten  seinen  usum  für  Heinrich  herausgezogen.
  Von  der  Zeit  an  konnten  die  rmischen  Bischdfe
mit  den  Kdnigen  anfangen,  was  sie  wollten;  denn  der  König
wählte  seine  Ehe  politisch,  oder,  wenn  er,  nach  oft  schon
geschlossener  Ebe,  neue  politische  Bedürfnisse  wabrnahm,
mußee  er  sich  scheiden  lassen.  Suchte  er  eine  neue  Gemahlin
so  war  die  Ermächtigung  dazu  in  der  Hand  des  roͤmischen
Bischofs.  Wenn  ein  Herzog  in  Italien  eine  Gemahlin  hätte,
wodurch  er  zu  großes  politisches  Interesse  bekam,  so  machte