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glaubte  Vorzüge  vor  dem  im  Reiche  des  jüngern  zu  haben.
Indem  so  beständige  Sereitigbeiten  zwischen  Erzbischöfen  und
Bischèöfen  herrschten,  ist  ein  Narr,  bei  dem  es  viclleicht  augenblickliches
  Bedürfniß  war,  auf  den  Gedanken  verfallen,  er
wolle  ganz  neue  Kirchengesetze  machen,  die  er  freilich  nicht
als  solche  publiciren,  sondern  den  roͤmischen  Bischoͤfen  der
drei  ersten  Jahrhunderte  zuschreiben  wolle.  Er  fand  keine  Gesetze
  von  diesen,  wie  er  im  Kirchenbuch  nachsah,  denn  diese,
batten  nichts  gegolren,  wie  sollten  sie  Gesetze  machen?  Was
sie  in  ihren  Gemeinden  verordnen  wollten,  blieb  bei  mündlichen
  Verordnungen;  außer  ihrem  Sprengel  galten  sie  nichts.
Das,  glaubte  er,  sey  eine  Lücke,  die  er  schoͤn  ausfüllen  könnte;
er  schmierte  daher  in  ihrem  Namen  einen  ganzen  Band  Gesetze
  zusammen,  ließ  sie  den  übrigen  beibinden,  und  glaubte,
wenn  es  nur  beigebunden  sey,  werde  man  es  ohne  Austand
annehmen.  Auch  bekümmerte  er  sich  nicht  darum,  daß  seine
Lüge  nicht  mit  Wahrscheinlichkeit  gemacht  sey;  dachte  nicht  an
Perkleidung  des  Betrugs,  brauchte  Ausdrücke,  die  in  den  ersten
drei  Jahrhunderten  nicht  gewöhnlich  waren.  Man  hat  sich
viele  Mühe  gegeben,  nachzuforschen,  wer  der  närrische  Kerl
gewesen  sey:  es  ist  ihm  aber  die  Ehre  nicht  widerfahren,  daß
sich  sein  Name  auf  die  Nachwelt  erhalten  hat.  Er  war  aus
der  Mainzischen  Didcese.  Er  hat  so  viele  Schnitzer  im  Latein
gemacht,  die  sich  am  besten  daraus  erklären  lassen,  daß  er  ein
geborner  Deutscher  war.  Es  waren  unter  der  betrögerischen
Waare  ein  paar  ächte  Documente,  die  nur  dem  unter  die
Hand  fand  fallen  konnten,  der  ein  Mainzer  war.  Und  das
ganze  Mährchen,  das  er  erdacht  hat,  wie  er  zu  dem  Funde
gekommen  sey,  weist  auf  die  Mainzer  Didcese  hin.  Er  mußte
erwarten,  daß,  wenn  er  mit  diesem  Appendir  zum  Vorschein
käme,  man  ihn  fragen  würde:  Woher?  Dafür  gab  er  die
Antwort:  Das  Buch  habe  schon  lange  im  Moͤnchsarchiv