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gelegen,  ein  Erzbischof  von  Mainz  haͤtte  es  mitgebracht,  aber
es  zu  unterdruͤcken  gesucht,  weil  darin  zu  viel  gegen  den  Bischof
  sey.

Das  Wahrscheinlichste  ist,  daß  der  Verfasser  ein  Dinkonus
  Benedikt  war,  der  auch  Kapitularien  der  fränkischen
Könige  geschrieben  hat.  Es  muß  ein  gemeiner  Geistlicher  das
Buch  gemacht  haben,  der  nicht  nur  der  Aurorität  der  Erzbischöfe
gram  war,  sondern  auch  die  Autorikät  der  Bischöfe  über  den
gemeinen  Geistlichen  zu  schwächen  suchte.  Auch  hat  man  von
Benedikt  das  erste  Document,  worin  er  des  Pfeudo-Isidorus
Decretalen  benützt  hat.  Bis  auf  die  neuesten  Zeiten  hat  man
sich  mit  der  Meinung  getragen,  daß  diese  Drekretalen  zu  Rom
fabricirt  worden  seyen.  Man  hat  den  Schluß  gemacht:  zuverlässig
  hat  dieselben  der  machen  lassen,  dem  sie  am  meisten
nützten.  Nun  fand  man  in  den  falschen  Dekretalen,  daß  der
rômische  Bischof  auf  jedem  Blatt  vorkomme,  ihm  Rechte  zugeschrieben
  werden,  die  ihm  nach  allen  Kirchengesetzen  nicht  gehörren.
  Man  hat  sie  indeß  nicht  genau  angesehen.  Alles  Lob
des  rdmischen  Bischofs,  und  die  außerordemliche  Verehrung,
die  ihm  gegen  die  älteren  Kirchengesetze  darin  zugeschrieben
wird,  widerfuhr  ihm  um  einer  andern  Absicht  willen.  Die
Hauptabsicht  war:  den  Laien  unmödglich  zu  machen,  die  Geistlichkeit
  zu  verklagen,  das  ganze  Subordinationssystem  der
Kirche  vollig  aufzulösen  und  zu  zertrümmern,  die  Erzbischdfe,
Bischöfe  und  den  gemeinen  Clerus  in  eine  Linie  unter  den
rôömischen  Bischof  hinzustellen.

Wie  sein  der  Betröger  unmöglich  zu  machen  gesucht  hat,
daß  die  Geistlichen  nicht  von  den  Laien  verklagt  werden  sollten,
  sieht  man  schon  aus  der  einen  Bestimmung,  wie  viele
Zeugen  da  seyn  müssen,  wenn  man  einen  Priester  verklagen
wolle.  Es  werden  sechzig  bis  achtzig  erfordert,  und  diese
mössen  alle  Frau  und  Kinder  haben.  Ein  feiner  Kunstgriff!

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