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Die  Folgen  davon  aber  empfand  Niemand  fruͤher  als  der
romische  Bischof  selbst.  Eine  völlige  Anarchie  in  Rom;  der
römische  Bischof,  nicht  stark  genug,  sich  darunter  zu  soureniren;
eine  Menge  Demagogen,  die  dem  Volke  den  Traum  seiner
alten  Hoheit  beizubringen  suchten;  in  der  Nähe  mehrere  Herzoge,
  die  sich  von  einander  unabhängig  erhalten  wollten,  und
jeden  der  römischen  Bischöfe  durch  Gewalt  oder  Liebe  auf  ihre
Seite  zu  bringen  sich  bemühten.  War  bei  einer  Vacanz  ein
rdmischer  Bischof  zu  wählen,  so  durfte  nicht  der  Klerus  wählen,
  es  war  wahre  Stratiokratie:  die  Soldaten  wählten  ihn.
Auch  war  nichts  gesetzmäßig  in  Ansehung  der  Wahl  des  rdmischen
  Bischofs  sestgesetzt;  nicht  einmal,  daß  derjenige  schon
Diakonus  oder  Presbyter  seyn  müsse,  der  roͤmischer  Bischof
seyn  solle.  Oefters  wurden  Laien  dazu  gewählt,  oft  Ebemänner,
  die  noch  Frau  und  Kinder  hatten.  Der  elende  Zustand
  stieg  auf's  höchste,  wie  die  beiden  berühmten  keuschen
Damen  Theodora  und  Marozia  in  Rom  den  Meister
spielten.  Da  fing  ein  Hurenleben  in  Rom  an,  wie  es  unter
Cbristen  nicht  erzählt  werden  darf.  Es  waren  Mutter  und  zwei
Tochter,  eine  junge  und  eine  alte  Theodora  und  Marozia.
Die  letztere  lebte  mit  dem  Pabste  in  chelicher  Verbindung
fort,  wie  er  Pabst  war,  mit  Sergius  III.  (906—911).  Jobann
  Xl.  gebar  sie  von  ihm  im  Ehebruch,  ein  Sohn,  für
den  sie  so  besorgt  war,  daß  sie  ihn  auf  den  Petersstuhl
brachre.

In  der  Zeit  des  rdmischen  Hurenregiments  war  nicht  nur
ein  Fall,  daß  Päbste  eines  gewalrsamen  Todes  starben,  und
ihre  Leichname  auf  Befehl  der  Nachfolger  ausgescharrt  wurden.
  Was  für  ein  elender  Zustand  in  Rom  gewesen  sey,
siebt  man  daraus:  Es  regierten  damals  in  einem  halben  Jahrhundert
  so  viel  Pibste,  als  sonst  in  einem  ganzen,  weil  die
Abwechslung  so  schnell  war:  alles  Folge  der  thörichten  Maxime