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des  roͤmischen  Bischofs,  die  Gewalt  des  Kaisers  in  Rom  ganz
zu  vernichten.

Der  elende  Zustand  des  ewigen  wechselsweisen  Reibens
kleiner  Parteieu  hörte  nicht  auf,  bis  Otto  der  Große
(P936  —  973)  von  einer  schönen  Dame  gerufen,  nach  Italien
ging,  sich  zum  Herrn  von  Rom  machte,  und  dadurch  die
hausliche  Eristenz  des  dasigen  Bischofs  wieder  ein  wenig
sicherte.  Otto  der  Große  hatte  sich  Karln  den  Großen
  in  seiner  Regierung  zum  Muster  gewählt,  beschenkte  den
römischen  Bischof  reichlich,  mußte  gegen  ihn  gelehriger  thun,
als  Karl  der  Große,  weil  sein  Recht  auf  Fralien  nicht  so  auf
die  Waffen  gegründet  war,  als  das  Karls  des  Großen;  aber  der
rômische  Bischof  blieb  doch  immer  abhängig  von  ihm.  Auch
war  es  in  diesen  Jeiten  noch  gewöhnlich,  daß,  wenn  Unruben
in  Rom  emstehen,  der  Kaiser  eine  Commission  niedersetzt,  wovor
  die  andern  Päbste  erscheinen,  oft  durch  einen  Reinigungs-Eid
  sich  losschwören  müssen.  Unter  Otto  dem  Großen  erholte
  sich  der  Pabst  von  der  Schwindsucht,  die  Theodora  und
Marozia  ihm  beigebracht  hatten;  beinahe  aber  wäre  unter
Otto  II.  und  III.  die  aufkeimende  Herrlichkeit  ganz  vernichtet
worden.  Diese  beiden  Ottone  setzten  Deuschland  gegen  Italien
ganz  znmrück,  hatten  die  Idee,  besonders  einer  von  ihnen,  den
Sitz  in  Rom  aufzuschlagen.  Wäre  Rom  Residenz  geworden,  so
hätte  der  rdmische  Bischof  sich  nicht  mehr  so  emporheben  können,
als  der  von  Constaminopel.  Hier  ging  es  nach  den  Gesetzen
der  irdischen  Continuität.  Kleines  Aufkeimen  —  pltzliches
Vergehen,  so  daß  kaum  noch  an  dem  elenden  Stamm  etwas
Grünes  stehen  bleibt.

Mit  dem  Anfange  des  eilften  Jahrhunderts
geht  es  gleichförmig  ununterbrochen  fort  bis  auf  Innocenz  III.
(1198  —  1216.)  Hiezu  gaben  folgende  Ursachen  Anlaß:

Zu  Anfang  des  eilften  Jahrhunderts  lebten