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ihm  sey.  Ueberhaupt  wird  man  viele  Stellen  in  seinen  Briefen
finden,  wo  man  sieht:  der  Mann  war  oft  im  hoͤchsten  Grade
Schwaͤrmer,  so  daß  man  also  die  Zeiten,  wo  er  seine  Politik
gezeigt  hat,  bloß  unter  die  Intervalla  lucida  zählen  muß.

Unstreitig  muß  Gregor  nach  den  beiden  Hauptverhältnissen
  betrachtet  werden:

I.  Was  er  im  Verhältniß  gegen  den  Staat  gethan  hat;
und  was

II.  im  Verhältnisse  gegen  die  kirchliche  Gesellschaft.

Oder:  wie  er  den  Pabst  gegen  Staat  und  Firche  gespielt
  hat.

Bei  seinem  Pabstspielen  gegen  den  Staat  können
wieder  drei  Unterscheidungen  gemacht  werden:

1)  Was  that  er  als  Pabst,  insofern  er  den  Dominus
Toelesiæ  gegen  den  Staat  zu  behaupten  suchte?

2)  Was  that  er  als  Pabst,  insofern  er  das  Dominium
Patrimonü  Petri  gegen  den  Staat  zu  behaupten  und  zu  vermehren
  suchte?  .

3)  Was  that  er  als  Pabst,  so  weit  persoͤnliche  Leidenschaft
  sich  mit  einmischte  —  nicht  eigentlich  als  Pabst  Gregor,
  sondern  als  Hildebrand,  gegen  andere  Regeuten?

I.  1)  Hier  fällt  nothwendig  die  rasende  Idee  auf,  daß
er  behauptete,  die  ganze  Welt  sey  Lehn  des  rômischen  Stuhls.
Diese  behauptete  er  mit  solcher  Feierlichkeit,  mit  einer  Miene,
in  der  sich  nicht  das  mindeste  Lächeln  zeigte,  daß  man  sehen
kann,  er  muß  sich  selbst  betrogen  haben.  Er  behauptete  sie
einzeln  gegen  Könige.  So  schrieb  er  an  den  Koͤnig  in  Frankreich:
  ob  er  wohl  wisse,  daß  das  Land  eigentkich  sein  Lehen
sev,  und  daß  es  daher  billig  wäre,  daß  jährlich  von  Frankreich
aus  jedem  Hause  ein  paar  Denarien  überschickt  würden.  Mit
Neapel  trieb  er  diesen  Plan  durch.  Der  Herzog  von  Apulien
und  Calabrien  mußte  in  dem  geschlossenen  Traktate  verspre-