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wodurch  die  Ehe  der  Geistlichen  verboten  wurde.  Allin  alle.
Jahre  eine  neue  Synode,  neue  Gesetze!  und  keins  wurde  gebalren;
  oder  man  schränkte  das  Verbot  darauf  ein,  daß  der
Geistliche,  der  bei  Anfang  des  Amts  noch  kein  Weib  hatte,
sich  nicht  verheirathen  solle,  oder  daß  der  Geisiliche  nicht  zu
höheren  Graden  vorrücken  sollte,  der  geheirathet  hätte.  Gregor
dagegen  beharrte  ganz  darauf,  daß  alle  Geistliche  ohne  Unterschied
  frei  von  aller  ehelichen  Verbindung  leben  sollten.  Ob
dieß  gerade  eine  politische  Idee  war,  oder  vielleicht  bloß  Ueberrest
  von  seinen  Mönchs-Ideen,  läßt  sich  nicht  ausmachen.  So
viel  ist  gewiß:  In  seinen  Briefen,  wo  er  sich  sonst  freimüthig
herausläßt,  gibt  er  nicht  den  geringsten  Wink,  sondern  sagt
nur,  daß  selbst  die  Priester  des  alten  Testaments,  wenn  sie
den  Dienst  im  Tempel  gehalten  hätten,  sich  aller  ehelichen.
Vermischung  hätten  enthalten  müssen;  wie  viel  mehr  die  christlichen
  Geisilichen!
Die  Hauptthat  der  Regierung  Gregors  ist  aber  fünftens
  die  Investiturstreitigkeit.  Bis  auf  die  Zeiten
Gregors  giag  es  bei  dem  Tode  eines  Bischofs  und  der  Besetzung
  des  Bisthums  ohne  allen  Streit  ab,  auf  folgende  Arr.
Man  gab  dem  Kaiser  oder  Könige  Nachricht  von  dem  Tode
desselben.  Der  Gouverneur,  wohin  das  Bisthum  gehörte,
nahm  Stab  und  Ring  des  Bischofs  zu  sich,  damit  nicht
wider  den  Willen  des  Kaisers  ein  Bischof  consecrirt  werden
konnte.  Der  Kaiser  oder  der  König  erlaubte  die  Wahl  eines
neuen  Bischofs  und  schickte  Commissarien  zu  derselben.  War
der  Bischof  ihm  anständig,  so  belehnte  er  ihn  mit  allen  den
Gütern,  die  die  Kirche  des  Bisthums  von  dem  Kaiser  zum
Lehn  hatte.  In  den  ältesten  Zeiten  war  es  nicht  gewöhnlich,
daß  die  Investitur  durch  Uebergebung  des  Stabes  und  Ringes
  geschah;  oft  durch  Uebergebung  einer  Schrifr,  ofe  durch
einen  Handkuß  oder  Scepterschlag.  Erst,  wie  die  Geistlichen