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so  arglistig  mit  dem  Kaiser  verfuhren,  oft  plötzlich  wählten,
plötzlich  consecrirten,  siel  der  Kaiser  darauf,  um  versichert  zu
seyn,  daß  der  Bischof  nicht  consecrirt  werden  könne.  Vielleicht
trug  die  große  Begierde  der  Könige,  die  geistlichen  Dienste  zu
verauctioniren,  dazu  bei.  Mit  einem  Male  tritt  Gregor  mit
dem  Einfalle,  in  der  Welt  auf,  der  so  war,  als  ob  er  vom
Himmel  gefallen  wäre:  das  ganze  Verfahren  mit  der
Investirur  sey  antichristisch.  Bis  auf  diese  Zeit  hatte
Niemand  an  der  Rechtmäßigkeit  jener  Investitur  gezweifelt,
und  doch  wußte  man  für  den  neuen  Einfall  schon  gleich  damals
  ein  halb  Dutzend  Gründe.

Ein  Hauptgrund,  den  man  gegen  die  Investitur  brauchte,
war:  es  sey:schändlich,  daß  die  friedliche  Hand  des  Bischofs
unter  der  blutigen  Hand  des  Laien  liegen  sollte;  des  Bischofs,
der  die  große  Macht  habe,  seinen  Schoͤpfer  zu  schaffen,  seinen
Schopser  Gott  dem  Vater  als  Opfer  darzubringen.  Es  sey  überdieß
  ganz  unnöthig,  daß  jeder  neue  Bischoferst  auf's  Neue  mit  allen
Gütern  belehnt  werden  solle,  welche  die  Kirche  vom  Kaiser  erhalten
hätte.  Deun'der  Kaiser  konne  nicht  etwas  zurücknehmen,  was  er
der  Kirche  geschenkt.  Bei  weltlichen  Großen  sey  die  Belehnung
billig.  Es  sep  ein  gräuliches  Verbrechen,  wenn  der  Priester
erst  durch  die  Investitur  des  Laien  vollkommener  Priester,  der
Bischof  durch  die  Investitur  des  Koͤnigs  erst  vollkommener
Bischof  werden  solle.  Denn  in  der  heiligen  Schrift  heißen
die  Priester  Goͤtter,  Väter.  Also  käme  es  heraus,  als  ob  der
Sohn  (denn  das  sey  der  Laie  im  Verhältniß  gegen  den  Geistlichen)
  seinen.  Vater,  zeugen,  als  ob  der  Mensch  seine  Götter
erst  selbst  schaffen  wolle.  Nun  wurde  natürlich  allen  diesen
Gründen  als  ein  unuͤbersteiglicher  Damm  entgegengeworfen:
So  sey  es  von  jeher  gewesen;  ob  alle  die  vorigen  Bischoͤfe,
die  investirt  seyen,  gesündigt  hätten,  nicht  wahre  Bischfe  gewesen
  wären?  Dagegen  wandte  Gregor  ein:  Gegen  die  Könige