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voll  Zuversicht  der  kaiserlichen  Guade,  mißbrauchten  dann  wieder
  ihre  Gewalt  so  sehr,  daß  man  ein  Beispiel  hat,  wie  ein
Bischof  Arnold  von  seinen  Leuren  verbrannt  wurde.  Der
Adel,  große  Vasallen  drangen  den  Bischöfen  und  Aebten
große  Lehne  ab,  drängten  sich  allmählig  in  die  Stifter  mit
Ausschließung  der  Gelehrten  ein.  Die  Stifter  wurden  in  der
letzten  Hälfte  des  zwölften  Jahrhunderts  mit  solchen  Eindringlingen
  so  überhäuft,  daß  die  Kapitel  genöthigt  waren,  Verordnungen
  zu  machen,  worin  die  Anzahl  ihrer  Mitglieder  be,
stimmt  wurde;  denn  sonst  schickte  der  Kaiser  wen  ihm  beliebte,
  um  als  Canonikus  vom  Stifre  zu  leben.  Dieß  konnte
er  leicht,  so  lange  communio  vitae  war.  Wie  das  aufhdrte,
batte  das  Hinschicken  des  Kaisers  größere  Folgen.  Es  war
eine  allgemeine  Zerrüttung  in  der  deurschen  Kirche,  die  aus
dem  römischen  Rechte  und  dem  Despotismus  des  Kaisers
entstand.  Auch  der  Lurus  war  sebr  emporgekommen.  Da
niemand  Bischof  wurde,  als  ein  Adeliger,  so  verschuldeten  sich
die  Stifter  und  Canonici  so  sehr,  daß  um  diese  Zeit  der  sogenanute
  Annus  gratiæ  aufkam.  Der  Bischof  und  Capitular
  starb  meist  so,  daß  er  so  viele  Schulden  hinterließ,  daß
sie  von  seiner  Hinterlassenschaft  nicht  bezahlt  werden  konnten.
Daher  ließ  man  ihm  noch  seine  Revenuen  ein  Jahr  nach  seinem
  Tode;  eine  Vergünstigung,  die  bei  vielen  auf  zwei,  drei
Fahre  ausgedehnt  wurde.

Es  war  leicht  zu  erwarten,  daß,  da  den  Pöbsten  alles
so  zuströmte,  die  Päbste  nichrs  als  Monopolien  an  sich  zogen.
Das  wichtigste  davon  ist:  die  Canonisation,  oder  die  Heiligsprechung
  Verstorbener.  In  den  ältesten  Jeiten  canonisirte
das  Volk;  es  hielt  den  für  einen  Heiligen,  den  es  dafür  halten
  wollte,  oft  einen  Schurken.  Daher  zog  es  der  Bischof  an
sich.  Das  gab'#enun  Didcesan-Heilige.  Das  erste  Beispiel
von  einem  Universal-Heiligen  in  der  Kirche  hat  man  an