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Das  Wichligste  aber,  um  zu  zeigen,  wie  Junocenz  III.

durch  seine  Theorie  Alles  ausbildete,  sind  die  neuen  canonistischen
  Grundsätze,  die  er  aufstellte.  Man  spielte
bis  auf  diese  Zeiten  hin  mit  den  beiden  Schwertern  Petri.
Diese  Allegorie  war  jetzt  abgenuͤtzt;  da  kam  er  auf  Benuͤtzung
einer  andern:  Sonne  und  Mond.  In  seinem  ersten
Schreiben,  das  er  an  einige  Städte  richtete,  schrieb  er:  der
liebe  Gott  haͤtte  zwei  Lichter  an  den  Himmel  gesetzt;  eines
zum  Kameraden  des  Tages,  das  andere  zum  Gefährten  der
Nacht.  Das  sey  Vorbild  von  der  Macht  Gottes.  Er  schloß,
was  das  Merkwürdigste  ist,  weiter  fort:  nicht  nur  ist  der
Mond  ein  dunkler  Körper,  sondern,  je  näher  er  der
Sonne  kommr,  desto  mehr  versenkt  er  sich  gleichsam  in  die
Strahlen  der  Sonne,  so,  daß  er  zuletzt  nicht  sichtbar  wird.
Also,  je  näher  die  weltliche  Macht  der  geistlichen  kommt,  desio
weniger  sollte  sie  billig  gelten,  sie  soll  gleichsam  in  die  Strahlen,
  der  päbstlichen  Macht  versinken.
Elinc  andere  Tour,  wodurch  er  das  Jus  canonicum
erweiterte,  ist  die  bekannte  Jdee  der  Kirche  als  Braut
des  Bischofs.  Man  spielte  damir  oft,  aber  glaubte  nichr,
daß  sich  davon  canonistischer  Gebrauch  machen  lasse.  Innocenz
  fiel  zuerst  darauf.  Er  folgerte:  wenn  ein  Geistlicher  von
selner  Kirche  hinwegkommt,  kommt  er  von  seiner  Frau  hinweg.
Nun  ist  einmal  das  Divorkium  unerlaubt;  es  ist  eine  Sache,
die  Gott  sich  selbst  vorbehälr,  über  die  zu  entscheiden  er  bloß
seinem  unmittelbaren  Starthalter  auf  Erden  Macht  gegeben
hat.  Wenn  also  ein  Bischof  die  eine  Kirche  verlassen  will,
so  kann  das  nicht  anders  geschehen,  als  unter  der  Aussicht  des
Pabstes.  Der  unsinnigste  Einfall,  den  man  sich  denken  kann!
Er  hatte  aber  schreckliche  Folgen  für  Staat  und  Kirche.

Die  dritte  wichtige  unter  seinen  canonischen  Ideen  ist
die  sogenannte  Denunciatio  evangelica.  Dieß  ist  eine