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Fuͤnfte  Periode.

Das  vierzehnte  und  fünfzehnte  Jahrhundert.

Die  Periode  der  Avignonischen  Pöäbste  ist  die

Periode  der  Schwindsucht  des  Pabstthumé.
v  Schon  Praͤnumeration  auf  die  Schwindsucht  war  es,
daß  kein  Italiener,  sondern  nur  Franzosen  gewählt  wurden.
Man  kann  sreilich  den  Einfluß  in  Ansehung  des  National=Unterschiedes
  übertreiben.  Als  ob  ein  Franzose  nicht  so  schlau,
so  arglistig,  so  politisch  klug  seyn  köunte,  als  ein  Italiener!
Aber  eine  vollkommene  Induktion  beweist  doch:  wo  ein  Pabst
ein  recht  durchtriebener  Hierarch  war,  war  es  immer  ein
Italiener.

Der  Pabst  war  jetzt  nicht  einmal  auf  eigenem  Territorium
  —  denn  Avignon  gehörte  ihm  jetzt  noch  nicht  —  und
er  war  so  in  der  Nähe  des  Königs  von  Frankreich,  daß,
wenn  er  sich  nicht  nach  Willkühr  von  ihm  brauchen  lassen
wollte,  ihn  der  Schlag  der  königlichen  Hand  nachdrücklich
treffen  konnte.  Er  muß  sich  also  zum  blinden  Werkzeug  aller
Passionen  des  Königs  machen.  Natürlich  verlor  dadurch  sein
Ansehen  in  andern  Ländern.  Man  wußte  in  Deutschland
wohl,  daß  er  gern  den  Kaiser  Ludwig  (den  Bayer)  vom
Bann  absolvirt  hätte,  und  in  Avignon  bitterlich  weinte,
aus  Furcht  vor  dem  König,  der  es  verboten  hatte.  Ihm  lag
Alles  daran,  mit  dem  franzdsischen  Hofe  gut  zu  leben.  Dieser
  aber  theilte  sich  in  viele  Parteien.  Zwischen  diesen  konnte
er  nicht  durchschleichen,  ohne  daß  er  links  und  rechts  Chaussee-Geld
  bezahlen  mußte.  Um  diese  Zeit  bildeten  sich  auch  die
sogenannten  Frei-Compagnieen,  Rotten  zusammengeraffter