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nicht  Pallium  und  Annaten  abwerfen,  die  keine  bestimmte
Taxe  hatten:  das  Pallium,  das,  wenn  dreimal  der  erzbischoͤfliche
  Stuhl  besetzt  wurde,  dreimal  auf's  Neue  geloͤst  werden
mußte.  Vor  den  Zeiten  der  Reformation  hatte  es  sich  ereignet,
  daß  allein  vom  Mainzischen  Stifte  innerhalb  eines  Menschenalters
  fuͤr  das  Pallium  145,000  Gulden  bezahlt  worden
sind.  Und  dieß  ist  ein  Erzstift,  das  nicht  durch  Versetzung
vacam  gemacht  werden  konnte;  wie  vollends  bei  Bisthümern,
wo  das  der  Fall  war!  Nach  der  Baseler  Synode  war  die
Gewohnheit,  ein  Finanz-Kunstgriff  des  rdmischen  Hofs,  aufgekommen,
  daß  die  meisten  Nationen  sich  einen  Cardinal-Protektor
  in  Rom  hielten,  der  ihrer  Sache  im  päbstlichen  Consistorium
  sich  annehmen  sollte.  Aber,  was  nützte  das  Vorwort
des  Cardinal-Protectors?  Das  war  nur  Mittel,  von  den
Deutschen  Geld  zu  ziehen;  auch  der  mußte  besolder  werden.
Ein  auffallender  Beweis  von  der  Gewinnsucht  der  röômischen
Geistlichkeir  überhaupt  ist  die  sogenannte  Concubinen=Tare,
  wovon  in  den  Gravaminibus  nationis  Germanic
viel  vorkommr.

Also  noch  nach  der  Baseler  Synode  war  der  ganze  Zustand
  der  römischen  Kirche  und  des  Pabsithums  nichts,  als
Geld=  und  Finanz-Dogmatik.  Man  darf  nicht  glauben,  als
ob  das  gerade  Fehler  des  Pabsithums,  antichristlicher  Gräuel
in  Rom  gewesen  sey,  daß  das  Sittenverderbniß  in  dem  Zeitalter
  in  hohem  Grade  in  Rom  ecinriß,  sondern  es  war  bloß
größtentheils  Wirkung  mancher  unglücklich  zusammentressenden
  Umstände.

Ein  Umstand,  der  für  Europa  in  der  Mitte  des  fünfzehnten
  Jahrhunderts  glücklich  und  unglücklich  wurde,  war  die
Eroberung  von  Constantinopel  durch  die  Türken
  (1453).  Glücklich,  denn  die  Griechen  kamen  mit
ihren  Handschriften,  Schrifestellern  des  Alterthums  herüber;