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ihm  Alles  feil  sey,  warum  Chrisius  verkauft  werde,  warum
man  Sündenvergebung  haben  könne.  Die  Ursache  ist:  Er
babe  selbst  Alles  gekaufr!  weil  er  wahrschcinlich  durch  Bestechung
  auf  den  pöäbstlichen  Stuhl  gekommen  ist.  Der  ganze
Plan  seiner  Regierung  ging  darauf:  seine  natürlichen  Kinder
anzubringen,  seinen  zwei  natürlichen  Tochtern  Männer  zu
verschaffen,  seinen  vier  natürlichen  Söhnen  Etablissements  zu
geben.  Die  eine  wurde  unter  dem  Namen  Lukretia  bekannt.
  Sie  war  nicht  nur  Tochter,  sondern  nachher  auch  gebeime
  Gemahlin  von  Alerauder  VI.  *),  hatte  vier  Männer
gehabr,  ließ  sich  scheiden  und  brachte  sie  um.  Mit  seinen
Söhnen  war  er  weniger  verlegen.  Deun  zu  einer  Zeit,  wo
er  Erzbisthömer  in  der  ganzen  Chrisienheit  hatte,  und  nach
Willkür  vergeben  konnte,  konnte  er  sie  versorgen.  Cäsar
Borgia,  dem  schlimmsten,  gab  er  das  Erzbisthum  von  Valencig.
  Vom  Kirchenstaate  riß  er  Stücke  ab  und  veräußerte
sie  als  kleine  Herzogthömer.  Alle  große  Familien,  z.  B.  die
Ursini's,  die  Colonna's  und  andere  in  Rom,  wurden  auf's  heftigste
  verfolgt,  um  ihre  Reichthümer  einzuzieben  und  seinen
Söhnen  zuzuwenden.  Man  rechnet  es  meistens  bei  den  vorbergehenden
  Päbsten  unter  die  Beweise  ihrer  Unverschämtheit,
wenn  sie  Konigreiche  verhandelten.  Alerander  VI.  war
noch  unverschimter.  Mit  einer  einzigen  gezogenen  Linie  disponirte
  er  über  die  halbe  Welt.  Die  Spanier  und  Portugiesen
  zankren  sich  über  ihre  Besitzungen.  Es  kommt  die
Sache  vor  den  Pabst.  Dieser  zieht  nun  eine  Demarkations=Linie
  auf  dem  Globus  und  zeigt  an,  was  den  Spaniern  und
was  den  Portugiesen  gehören  solle.  —  Ueber  seinen  Tod  geht

5*)  Daher  folgende  Grabschrift  des  Satirikers  auf  die  kukretia
Hic  iacet  in  tumulo  Lucrelia  nomine,  sed  re
Thais,  Alexandri  —  silia,  sponsa,  nurus.