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die  Anekdote:  Er  wollte  ein  paar  Flaschen  Successions--Wein
fuͤr  Cardinaͤle  bereiten,  die  er  zu  placiren  wuͤnschte.  Die  Gaben
  werden  verwechselt.  Der  Pabst  und  sein  Sohn  bekommen
die  Gift-Flasche.  Er  konnte  als  ein  alter  Mann  die  Dosis
nicht  aushalten  und  ist  daran  gestorben.  Muratori  sagt  blos,
er  sey  an  einem  dreitaͤgigen  Fieber  verschieden.

Wie  die  Cardinaͤle  bald  darauf  wieder  in's  Conclave
gingen,  war  die  Wahl  so  schnell  beendigt,  daß  man  wirklich
haͤtte  glauben  sollen,  sie  sey  Wirkung  der  Inspiration  gewesen;
  aber  es  kam  Einer  zum  Vorschein,  den  der  heilige  Geist
gewiß  nicht  bestimmt  hatte,  ein  Mann,  der  sich  vornahm,  den
Julius  Caͤsar  zu  spielen,  und  sich  daher  Julius  nannte
(Julius  II.,  1505—4513).  In  ganz  Italien  konnte  den
Menschen  Niemand  leiden,  zwar  einer  aus  dem  Hause  Medicis,
  aber  ein  verrufener  und  verfluchter  Mann;  denn  er
hatte  Karl  VIII.  von  Frankreich  nach  Neapel  gezogen,  und
alles  Unglück,  das  aus  dem  Juge  entstand,  über  die  Italiener
gebracht.  Wie  man  in's  Conclave  ging,  hätte  man  an  jeden
Andern  eher  gedacht,  als  an  ihn;  allein  der  Premierminister
Ludwigs  XII.  wollte  Pabst  werden.  Ludwig  XII.  war  da,
mals  mächtig  in  Italien.  Die  Cardinäale  im  Conclave  beförchteten,
  Ludwig  XII.  möchte  seine  Armee  nach  Rom  schicken
  und  ihnen  einen  Pabst  abdringen.  Die  spanische  Partei
unter  den  Cardinälen  glaubte  sich  nicht  siark  genug,  einen
Candidaten  auf  den  Leuchter  zu  stellen,  trat  also  der  Partei
der  Italiener  bei,  und  die  Italiener  nahmen  ihn  deßwegen,
weil  sie  ihn  für  einen  gewandten  Kopf  hielten,  der  unter  dem
unglücklichen  König  Ludwig  XII.  und  Ferdinand  Catholikus
den  Mittelweg  werde  zu  treffen  wissen.  Er  wurde  also
Pabst.

Die  zwei  ersten  Jahre  seiner  Regierung  war  er  so  gütig,
  gelind,  gar  nicht  kriegerisch,  daß  man  glauben  sollte,  der