268

nobis  nostrisque  illa  de  Cbristo  fabula  profuerit,  omnibus
seculis  notum  est.  Ganz  gewöhnliche  Sitte  damals  am  roͤ-mischen
  Hofe  war  Päderastie,  Beispiele  von  Sodomiterei,  so
daß  das  Laster  ungescheut  sein  Haupt  emporhob;  häufig  Beispiele
  von  Cardinälen,  die  sich  über  die  Religion  lustig  machten.
  Man  darf  nur  Gedichte  von  Bembus  lesen,  so  kann
man  sich  nicht  genug  wundern,  daß  ein  Cardinal  in  der  roͤ-mischen
  Kirche  so  etwas  drucken  lassen  konnte,  und  es  sein
ganzes  Leben  hindurch  nicht  revociren  lassen  mußte.  Es  erschien
  selbst  ein  Gedicht  zur  Empfehlung  der  Sodomie.  Genug
  zum  Beweise  des  Satzes,  daß  durch  die  Reformation  in
der  rdmischen  Kirche  in  Rücksicht  auf  Sittenverderbniß  in  der
etsten  Zeit  nichts  gebessert  worden  ist.

Häeine  größere  Freude  für  Leo  X.,  als  Hofnarren  und
Possenreißer  um  sich  zu  haben,  hingegen  in  theologischen  Sachen
  bis  zum  Kläglichen  unwissend.  Man  weiß  aus  mehre,
ren  Briefen  derer,  die  sich  zu  Rom  aufhielten,  wie  die  Bulle
gegen  Luther  erschien,  daß  er  dazu  spielend  gekommen  ist.  Er
glaubte,  es  gelte  da  nichts,  als  ein  Ordensinteresse,  hatte  keine
Idec  von  der  Sache  und  dem  großen  Lärm,  den  Luther  damals
  schon  selbst  in  Italien  machte.  Bis  1521  lebte  Leo,
und  man  hat  keine  einzege  Bulle  von  ihm,  woraus  einigermaßen
  wahrscheinlich  wäre,  daß  er  den  Streitpunkt  der  Reformation
  verstanden  hätte.  Eben  so  sorgenlos  war  er  auch
in  bloßen  Regimentssachen.  Luthern  verdammte  cr,  ohne  ihn
gehört  zu  haben,  auf  die  bloße  Denuntiation  von  Eck,  der
seinen  ganzen  Grimm  auf  Luthern  ausgoß.  Die  Inquisition“
über  Luthern  übertrug  er  lauter  Dominikanern.  Es  schien
ihm  beim  Entstehen  der  Streitigkeit  nur  darum  zu  thun,  daß
Dominikaner  und  Augustiner  hinter  einander  kämen.  Selbst
der  Cardinal  Cajetanus,  vor  welchem  Luther  in  Augsburg
erscheinen  mußte,  war  ein  Dominikaner.  —  Ueberhaupt  muß