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Klagen,  die  gegen  Wolsei  aus  England  kamen.  Wie  er  Alles
für  England  zu  thun  suchte,  sah  man  aus  Heinrichs  erster
Heirathshistorie.  Es  war  offenbar  gegen  die  kanonischen  Gesetze,
  daß  er  ihm  erlaubte,  die  Wittwe  seines  ältern  Bruders
zu  heirathen;  aber  weil  der  Vater  von  Heinrich  VIII.  den
schönen  Brautschatz  gerne  behalten  hätte,  den  Catharina  von
Arragonien  mitgebracht,  mußte  der  Pabst  dispensiren.  Dem
Koͤnige  starben  die  Prinzen  hinweg;  das  Gewissen  wurde  rege;
er  wurde  in  ein  Hoffraͤulein  seiner  Gemahlin  verliebt.  Hier
verfuhr  der  Pabst  thoͤricht:  er  machte  erst  dem  Koͤnig  die  bestimmteste
  Hoffnung,  ungeachtet  die  Schwierigkeiten,  die  den
Pabst  nachher  verhinderten,  mit  der  Ehescheidung  zuzufahren,
vorher  schon  da  waren.  Die  Königin  war  eine  Taute  von
Karl  V.,  und  darum  sachte  er  die  Sache  in  die  Länge  zu
zichen,  voͤllig  unkundig  mit  dem  Charakter  des  Königs.,  der,
zumal  wenn  ihm  einmal  zu  etwas  Hoffnung  gemacht  war,
gerade  zufuhr.  Wie  unpolitisch  benahm  sich  Clemens  VIl.  in
der  ganzen  Sache!  Er  muß  gar  keine  Nachricht  gehabt  haben
  über  den  Stand  der  Dinge  in  England;  er  baute  auf
den  Cardinal  Wolsei,  dessen  eigenes  Interesse  ollerdings  das
Festhalten  von  England  bei  diesem  Pabste  erforderte:  aber  es
fiel  ihm  nicht  ein,  daß  vielleicht  dieser  selbst  ein  Opfer  des
verliebten  Königs  werden  könnte.

Dafür  aber  nützte  Clemens  dem  finkenden  poosebone
dadurch,  daß  er  Frankreich  erhielt,  worin  sich  damals  die
Reformation  so  ausgebreitet  hatte,  daß  beinahe  die  Hälfte
von  Frankreich  prorestantisch  war.  Ob  es  Nutzen  für  das
Pabsithum  oder  für  sein  Haus  besonders  war,  daß  Florenz
vom  Kaiser  Karl  V.  seiner  Familie  eingeräumt  wurde,  läßt
sich  nicht  entscheiden;  hingegen  desto  zuverläßigerer  Nutzen
für  den  Pabst  als  Pabst  war,  daß  der  alte  Lehnszins
wegen  Neapel  unter  ihm  regulirt  wurde.  Es  war  ein  so