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viel  groͤßeres  Meisterstuͤck  durchzusetzen,  daß  (die  ganze  Forderung
  war  bloß  apocryphisch)  Neapel  und  Sizilien  von  dem
Kaiser  als  paͤbstliches  Lehen  angenommen  wurden,  da  Karl  so
viele  Ursache  zum  Mißvergnügen  mit  Elemens  hattg.  Der
Lehnszins,  der  damals  feligesetzt  worden  war,  war  sechs
tausend  Dukaten  und  ein  weißes  Pferd,  das  dem  Pabst  zum
Geschenk  gebracht  werden  mußte.  Ein  noch  feineres  Meisterstück,
  als  die  spanische  Anerkennung  des  Lehens  von  Neapel,
worüber  er  sich  wenigstens  noch  mehr  gesegnet  haben  mag,
war  die  listige  Ausweichung  gegen  die  dringenden  Forderungen,
die  der  König  von  Frankreich  und  der  Kaiser  an  ihn  machten,
  ein  Concilium  anzusetzen.  Von  1525—1536,  in  wels
chem  Jahre  er  starb,  also  neun  Jahre  lang,  war  das  ewige
Negotiiren  um  ein  Concilium.  Abschlagen  durfte  es  der  Pabst
nicht;  denn  auf  der  großen  Synode  zu  Costnitz,  Basel,  selbst
auf  der  lateranischen  Synode,  die  Julius  II.  gehalten  hatte,
war  auch  ohne  Rücksicht  auf  Lutberische  Reformation  ausgemacht
  worden,  daß  von  Zeit  zu  Zeit  solche  Synoden  gehalten
  werden  sollten.  Wie  nothwendiger  aber  waren  sie  jetzt,  da
durch  Luther  ein  so  großes  Schisma  in  der  Kirche  gemacht
worden  war!

Im  Jahre  1534  starb  Clemens,  und  nach  einem  sehr
unruhigen  Conclave  wurde  Alerander  Farnese  erwählt.
Er  nahm  den  Namen  Pabst  Paul  III.  an  (1334—1349).
Er  betrog  die  Cardinäle,  wie  sie  oft  betrogen  wurden.  Sie
wählten  einen  alten  Mann,  in  der  Hoffnung,  baß  er  bald
aus  der  Welt  gehen  werde;  aber  er  regierte  fünfzehn  Jahre
lang.  Er  mußte  natürlich  für  das  sorgen,  wofür  jeder  Pabst
zuerst  sorgt,  seine  Nepoten  zu  placiren.  Diese  waren  seine
Hurenkinder  und  Repoten  von  seinen  Hurenkindern.  Unter
dieser  päbstlichen  Nachkommenschaft  wurde  sehr  berühmt  eine
Tochter,  Namens  Constantia,  und  der  Sebn  Petrus

Spittler's  sammtliche  Werte.  IX.  Bb.