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dem  Pabste  ein  freimuͤthiges  Bedenken:  wie  nothwendig  am
paͤbstlichen  Hofe  selbst  reformirt  werden,  wie  der  Pabst  an
seiner  Person  selbst  anfangen  muͤsse.  Dieß  Bedenken  kam
zum  Unglück  des  Pabstes  nach  Deutschland  und  wurde  da
gedruckt.  Man  würde  vielleicht  noch  heftiger  in  ihn  gedrungen
seyn,  wenn  nicht  unter  seiner  Regierung  der  Orden  entstanden
  wäre,  der  den  sinkenden  päbstlichen  Thron  bis  in  unser
Jahrhundert  gehalten  hat,  der  Jesuitenorden,  den  er  1540
zum  ersten  Male  confirmirte,  ob  er  gleich  vorher  lange  nicht
daran  wollte.  Er  hatte  eigentlich  zu  dieser  Confirmation  kein
Recht,  denn  es  waren  seit  dem  dreizehnten  Jahrhundert  mehrere
  Sypnodalverordnungen  da,  daß  kein  neuer  Orden  errichtet
  werden  sollte.  Endlich  ließ  er  sich  jedoch  überreden,  und
gab  dem  Orden,  45409,  noch  einen  Compler  von  Privilegien.
Auch  noch  einem  andern  Orden  half  er  auf,  der  aber  nicht
von  großer  Bedeutung  war,  dem  Kapuzinerorden,  den  schon
Clemens  V.  I.  als  Orden  anerkanut  hatte.

In  demselben  Jahre,  1549,  starb  Paul  III.,  und  nun
nahm  man  im  Conclave  sehr  darauf  Räcksicht,  Einen  zu  wählen,
  der  die  Synodal-Angelegenheiten  recht  verstünde.  Denn

es  wurde  von  nichts  als  Concilien,  Tridenk,  Bononien  gesprochen.
  Man  wählte  Einen,  der  Legat  auf  der  Synode  gewesen
  war,  Julius  II.  (1549—  4555),  der  recht  unerwartet
noch  Pabst  geworden  ist.  Reginaldus  Polus  war  schon  gewählt;
  nur  weil  es  Abend  war,  wollte  man  die  Wahl  nicht
bekannt  machen.  In  derselben  Nacht  theilte  Julius  III.  reichlich
  Geld  aus,  so,  daß  den  andern  Tag  nicht  Reginaldus
Polus,  sondern  Julius  III.  zu  aller  Erstaunen  proklamirt
wurde.  —  Sie  hätten  unter  allen  Cardinälen  keinen  lüderlicheren
  Menschen  wählen  können.  Das  sagr  selbst  Onuphrius
Pamphinius,  ein  Augustiner-Mönch,  in  seiner  Lebensbeschreibung
  der  Päbste.  Er  war  schon  ein  Mann  von  65  Jahren,