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Marimilian,  der  Erbprinz  von  Ferdinand,  beinahe  ganz  evangelisch
  sey,  ließ  er  sich  endlich  bewegen,  die  Synode  fortzusetzen,
  aber  doch  so,  daß  sie  unter  dem  Spott  der  Katholiken
und  dem  lauten  Hohngelächter  der  Protesianten  auseinander
gelassen  wurde.  Es  entstand  der  Streit  wegen  der  Reception
der  Synode  in  katholischen  Ländern.  Bloß  in  Dogmaticis
wurde  sie  in  Frankreich  angenommen.  Wir  in  Deutschland
  sind  nur  träumend  dazu  gekommen,  wie
wir  zu  Manchem  gekommen  sind.  Sie  ist  nicht  ordentlich
  recipirt,  sondern  hat  nur  allmählig  ein  gewisses  Observanzrecht
  erhalten.  In  einzelnen  Stiftern  widersetzten  sie  sich
der  Reception  sehr;  aber  da  unter  ihnen  keine  Verbindung
war,  trieben  es  die  Bischöfe  doch  durch.  Derselbe  Pabst  soll
auch  einen  wichtigen  Streit  mit  Maximilian  II.  wegen  der
Obedienzgesandtschaft  gehabt  haben.  Aber  der  Vergleich,  der
deßwegen  geschlossen  wurde,  ist  nicht  bekaunt  geworden.  1565
starb  Pius.

Sein  Nachfolger,  Michael  Guistri,  nahm  einen  gleichen
  Namen  an.  Pius  V.,  von  ganz  niedriger  Herkunft,
vorher  ein  Dominikauer,  war  als  Regent  des  Kirchenstaates  ein
sehr  schätzbarer  Fürst,  als  Pabst  und  Regent  der  Kirche  ein
Barbar.  Die  Huren  in  Rom  vertrieb  er  fast  alle,  stellte  Moralität
  her;  die  Familie  der  Caraffen,  der  unter  seinem  Vorfahren
  so  sehr  Unrecht  geschehen  war,  restituirte  er  wieder.
Hingegen  als  Regent  der  Kirche  betrachtet,  war  er  ein  echter
Dominikaner  aus  dem  Inquisitionsorden.  Mancher  Gelehrte
mußte  unter  ihm  den  Scheiterhaufen  besteigen.  Der  berühmteste
unter  ihnen  ist  Monius  Palearius,  ein  bekannter  Humanist.
Als  Regent  der  Kirche  war  er  ein  Barbar!  Das  bewies  er
durch  die  vielen  Conjurationen  in  England  gegen  Elisabeth,
an  denen  er  Theil  hatte,  durch  die  Conjurationen  in  Schottland,
  die  Revolutionen  der  Religion,  an  denen  seine  Emis-