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Gottes  geschehen.  König  Heinrich  habe  die  Suͤnde  gegen  den
heiligen  Geist  begangen;  man  dürfe  also  nicht  einmal  für
seine  Seele  im  Fegfeuer  beten.  Der  Haß,  den  Sirtus  so
pabstartig  gegen  den  ermordeten  Koͤnig  von  Frankreich  äußerte,
kam  wohl  bloß  daher,  weil  er  es  ihm  nie  vetzeihen  konnte,
daß  er  die  Guisen  auf  eine  so  schändliche  Art  hatte  hinrichten
  kassen.

Sirtus  hätte  in  der  Welt  noch  vielen  Nutzen  stiften
können,  wenn  ihn  nicht  die  Spanier  fortgeschafft  hätten.  Er
wurde  höchst  wahrscheinlich  von  einem  Franziskaner  vergistet,
der  von  Spanien  dazu  bestellt  war.  Einige  Geschichtschreiber
sagen  zwar,  sein  Tod  sey  aus  Alteration  über  den  traurigen
Zustand  der  Kirche  erfolgt;  aber  Sirtus  V.  war  kein  Mann
zum  Alteriren,  er  war  viel  zu  frohen,  heiteren  Temperaments,
und  die  Spuren  bei  der  Sektion  bewiesen  deutlich,  daß  er
vergifret  worden.  Niemand  hatte  aber  mehr  Interesse  bei  seinem
  Tode,  als  die  Spanier.  —-Es

  folgten  auf  ihn  in  einem  Jahre  drei  Paͤbste  nacheinander.
  Erstlich  Urban  VIII.  (1590.)  Dieser  starb  schon
am  zwölften  Tage.  Es  war  nach  ihm  ein  sehr  unruhiges
Conclave.  Es  ereigneten  sich  da  ein  paar  Auftritte,  wie  man
sie  seit  langen  Zeiten  nicht  erlebt  hatte.  Ein  paarmal.  kommt
die  Nachricht  aus  dem  Conclave,  daß  der  und  derCardinal
gewählt  werden  würde.  Das  Volk  brach  gleich  in  den  Palast
  des  wahrscheinlichen  künfrigen  Pabstes  ein,  und  plünderte
ihn.  Endlich  wurde  Gregor  XIV.  (1590—1591)  gewählt.
Seine  Regierung  war  kurz,  aber  äußersi  traurig.  Es  muß
jämmerlich  damals  in  Rom  ausgesehen  haben.  Eine  Hungersnoth,
  an  welcher  in  dem  einen  Jahre  bei  70,000  Menschen
gestorben  seyn  sollen;  wo  Menschen  auf  den  Straßen  todt  gefunden
  wurden,  Gras  im  Munde,  wo  die  Reichsten  in  Rom
kein  Haferbrod  zu  essen  bekommen  konnten.  Ferner:  See-Spittler's

  simmtliche  Werke.  IX.  Bo.  19