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Dieß  war  der  letzte  Fall,  wo  es  der  Pabst  gewagt  hat,
einen  katholischen  Staat  zu  erkommnniciren.  Gegen  die  Venetianer
  glaubte  er  so  desist  seyn  zu  dürfen;  allein  in  den
Srreitigkeiten  der  Dominlbaner  und  Franziskaner  de  auxiliis
gratiae  wagte  er  nicht  zu  entscheiden.  Desto  freimüthiger  :  aber
billigte  er  dle  Lehre  eines  Jesuiten  Suarez,  daß  Tyrannen
  umgebracht  werden  dürsten.  Wie  man  bei  ihm  in  der
Lehre  de  immaculata  conccplione  virginis  Mariae  auf  eeine
Entscheidung  drang,  antwortete  er:  der  liebe  Gott  habe  ibmdie
  Wahrheit  noch  nicht  offenbarn  Es  gehört  dieser-Artikel
unter  die  geheimen  Volnera,  wo  kein  Pabst  es  recht  wagt,
zu  entscheiden.  1621  starb  Paul  V.

Gregor  XV.  (1621—1625)  folgte,  der  nur  zwei  Jahre
lang  regierte.  Es  sollte  eigentlich  sein  Name  nicht  in  der
Reihe  der  Päbste  stehen;  sondern  der  leider  unbekannte  Name
des  alten  Weibes,  die  Alles  bei  ihm  galt,  die  er  noch  von
den  Zeiten  des  Prälaten  her  als  Hausfrau  bei  sich  hatte,
durch  deren  Kabalen  er  Pabst  wurde.  Das  alte  Weib  brachte
ihn  zu  ein  paar  wunderlichen  Schritten.  Weil  seine  Heiligkeit
  alt  war,  wollte  sie  sich  auf  ihren  künftigen  Wittwenstand
versorgen.  Er  promovirte  in  seinen  zwei  Regierungsjahren
vier  Jesuiten  in  den  Himmel,  machte  noch  andere  Heilige,
unter  ihnen  auch  ein  Mädchen,  die  heilige  Therese.  Auch
ist  unter  ihm  das  merkwürdige  Gesetz  in  Ansehung  der  Pabstwahl
  gemacht  worden,  daß  künftig  durch  geheime  Stimmgebung
  (tacitis  suffragüs)  der  Pabst  gewählt  werden  solle.
Es  machte  immer  Verdrößlichkeiten,  wenn  verschiedene  Cardinäle
  an  ihre  Höfe  berichteten,  der  und  der  Cardinal  habe.
so  und  so  votirr.  Wenn  aber  tacitis  susfragiis  die  Abstimmung
  erfolgte,  so  konnte  sich  zutragen,  daß  ein  Cardinal  sich
von.Spanien  und  Fraokreich  bestechen  *  und  für  keines.
von  beiden  votirte.  ;-