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Noch  ist  merkwürdig,  daß  unter  Gregor  XV.  die  Heidelberger
  Bibliothek  nach  Rom  kam.  Tillv  packte  sie  zusammen;
  ein  kleiner  Theil  blieb  im  Heidelberg,  der  andere
Theil  wurde  auf  Mauleseln  über  die  Alpen  nach  Rom  geschleppt;
  und  eben  diese  Mannstripte  machen  den  schoͤnsten
Theil  im  Fache  der  alten  Autoren  aus.  .

Es  folgte  Urban  VIII.  (1625—1644),  aus  dem  Hause
Barberini.  Unter  seiner  Regierung  ward  zum  Sprichwort:
Cuod  non  fecorunt  Barberi,  fecere  Borbarini;  treffend
besonders  in  Ansehung  des  Plünderns  der  Nepoten,  der  Ruinirung
  der  Antiken.  Sonst  war  Urban  nicht  für  den  Kirchenstaat
  und  die  Kirche,  aber  für  Italicn  ein  äußerst  nützlicher
  Pabst.  Noch  niemals  aber  hatte  es  auch  in  einem
Conclave  so  hart  gehalten,  als  in  diesem.
Ueberhaupt  fängt  jetzt  eine  neue  Periode  in
der  Pabstwahlgeschichte  au.  Bis  auf  diese,  Zeit  wurden
  die  Päbste,  meist  von  der  spanischen  Partei  der  Cardinäle
gemachr.  Spanien  hatte  die  meisten  Besitzungen  in.  Italien,
hatte  besonders  um  Neapels  und  Siziliens  willen,  den  groͤßten
Einfluß,  da  in  Frankreich  Alles  durch  die  Ligue  zerrüttet
war.  Heinrich  IV.  kam  zur  Regierung,  der  sich  um  Pabstwahl
  wenig  bekümmerte;  hingegen  nun  kam  (1624)  Richelieu
  empor,  der  sich  mehr  in  die  allgemeinen  Angelegenheiten
mengte,  die  Uebermacht  der  Spanier  in  Italien,  zu  ruiniren
suchte.  Um  diesen.  Zweck  besonders  in  Unteritalien  zu  erreichen,
  mußte  er  einen  Pabst  auf  seiner.  Seite  haben.  Im  Conclave
  gab  es  jedoch  solche  Kämpfe,  daß  zehn  Cardinäle  ·  darüber
  wegstarhen,  ehe  ein  Pabst  gewählt  wurde.  In  den
Gassen  von.  Rom  war  während  der  Wahl  Mord  und  Lodschlag.

Urban  war,  rafur.  Italien  ein  nücliche  Pabsi,  benn  sen
volitisches  System  beruhte  darauf,  die  Spanie  zu.demüthigen,