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Seite:  Donna  Olympia  ganz  im  Pabsthabit,  wie  sie  nach  dem
Schluͤssel  Petri  greift;  auf  der  umgekehrten  Seite  der  Pabst,
coeffirt  wie  ein  Frauenzimmer,  am  Spinnrocken  sitzend.  Allgemein
  das  Scandal,  daß  ein  Weib  am  Steuerruder  der  Kirche
sitze.  Wie  der  päbstliche  Nunrius  die  einfältige  Protestation
von  Innocenz  gegen  den  westphälischen  Frieden  Ferdinand  III.
instuuirte,  sagte  der  Kaiser:  Er  solle  nur  dem  Pabst  sagen,
Donna  Olpmpia  könne  ihm,  dem  Pabste,  wohl  das  Wiegenlied
  singen,  aber  er,  der  Kaiser,  sey  genöthigt,  den  Frieden  zu
schließen,  um  Ruhe  vor  den  Schweden  zu  haben.

In  den  letzten  Jahren  wurde  aus  der  Mätresse  und
Schwigerin  eine  Krankenwärterin.  Se.  Heiligkeit  fühlten  viel
menschliche  Gebrechlichkeit  von  den  Jugendjahren  her,  sie  mußten
  daher  beständig  zu  Bette  liegen.  Olpmpia  konnte  so  recht
wahrnehmen,  wie  es  allmählig  mit  ihm  abspann;  weiblich  listig,
sah  sie  sich  daher  auch  vor,  wohl  ahnend,  wie  alle  große  Familien
  in  Rom,  die  sie  geplündert  hatte,  es  ihr  vergelten
würden.  Sie  verband  sich  also  mit  der  Familie  der  Barberini,
  und  sie  entschlossen  sich,  wenn  Innocenz  abgegangen
seyn  würde,  einen  Pabst  mit  einander  zu  wählen,  der  eben
so  wie  dieser  unter  ihrer  Gewalt  seyn  sollte.  Um  den  Plon
durchzutreiben,  wurden  Schätze  genug  zusammen  gebracht.  Sie
hatte  eine  halbe  Million,  ohne  was  ihre  Kreaturen  besaßen.
Die  drei  Millionen  des  Pabstes  deckte  sie  auch  mit  ihrer
Hand.  Es  gab  also  ein  solennes  Conclave,  wo  mehr  als  drei
Millionen,  noch  dazu  von  der  Hand  eines  Weibes  ausgetheilt,
  wirken  konnten.  Ein  sonderbares  Conclave!  Frankreich,
Spanien,  die  Millionen,  Olpmpia  wirkten  so  durch=  und  unter
  einander,  daß  man  zuletzt  glaubte,  man  moͤchte  gar  keinen
Pabst  bekommen.  Es  saß  darin  ein  bekannter  feiner  Kopf,
Cardinal  Retz,  der  fast  die  ganze  Pabstwahl  an  sich  zog,
aber  Einen  zum  Pabst  machte,  der  die  Barberini  und  die