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Olympia  und  besonders  don  König  von  Frankreich  betrog;
einen  Mann,  den  man,  ehe  er  Pabst  wurde,  für  einen  ganz
Andern  hielt,  als  der  er  sich  nachher  aufschloß,
Alerander  VII.  (1655  —.4667.)  Man  glaubte  ihn
vorher  ganz  gewiß  zu  kennen;  denn  er  war  Gelandter  bei
dem  westphälischen  Frieden  gewesen,  er  hatte  die  Protestanten
zu  unterdrücken  gestrebt,  was  er  aber  als  päbstlicher  Gesandter
  thun  mußte;  sonst,  als  Cardinal  Fabio  Ghigi,  hatte  er
sich  mäßig,  neutral,  tolerant  bewiesen.  Einen  solchen  Pabst
bäte  man  nöthig  gehabt,  der  als  Mittler  zwischen  der  spanischen
  und  franzbsischen  Partei  dagestanden  wäre.  Einen  solchen
  glaubte  auch  Cardinal  Retz  gewählt  zu  haben.  Er  wurde,
wie  man  sich  im  Cardinalskollegium  in  einem  solchen  Falle
auszudrücken  pflegt,  auf  den  Leuchter  gestellt,  drang  sich  nicht
selbst  auf.  Aber  Alles  war  mit  ihm  betrogen;  keiner  mehr
betrogen,  als  der  Cardinal  Retz.  Dieser  stellte  sich  Wunderdinge
  vor,  was  der  neue  Pabst  für  ihn  thun  würde.  Er  kannte
ihn  kaum,  wie  er  zu  ihm  zur  Audienz  kam.  —  Die  übrigen
Cardinäle  hatten  ihn  schwören  lassen,  den  Nepotismus  nicht
zu  begünstigen,  weil  unter  Urban  VIII.  die  Barberini,  umer
Innocenz  die  Familie  der  Donna  Olpmpia  Alles  so  geplündert
  hatten.  Er  hatte  ihnen  wirklich  geschworen,  die  Nepoten
zu  Rom  nicht  aufzunehmen.  Er  hielt  jesuitisch  Wort;  denn
er  fuhr  ihnen  einige  Meilen  entgegen,  holte  sie  von  Siena
ab.  Man  hatte  so  sehr  geglaubt,  Nepotismus  würde  unter
ihm  nicht  zu  besorgen  seyn,  daß  Palavicini,  sein  Staatssecretär,
  seinem  Buche  eine  Dedikation  vordrucken  ließ,  worin
er  Alerandern  unter  allen  vorigen  Pähsten  erhob,  weil  er  von
allem  Nepotiemus  so  frei  wäre.  Bis  das  Buch  erschien,  zog  sich's
etwas  in  die  Länge;  unterdeß  kroch  der  Seidewurm  bei  dem  Pabste
so  aus,  daß  er  einen  neuen  Prolog  drucken  und  den  andern  unterdrücken
  ließ,  der  nun  als  eine  große  Seltenheit  betrachtet  wird.