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Den  Nepoten  mußte  Olympia  gleich  erstes  Opfer  werden.
  Sie  wurde  von  Rom  nach  Oviedo  verbannt.  Aber  sie
fand  das  Mittel,  den  Pabst  zu  besänftigen:  sie  vertheilte  unter
  seine  fünf  Nepoten  eine  Million.  Durch  eben  diese  Nepoten
  wurden  damals  alle  kirchlichen  Streitigkeiten  entschieden;
  die  Jesuiren  gewannen  gegen  die  Jansenisten.  Ducch  sie
wurde  der  Pabst  auch  in  fatale  Händel  mit  Frankreich  verwickelt.
  Sie  hatten,  man  weiß  nicht  warum,  einen  ganz  bestimmten
  Haß  gegen  Ludwig  XIV.  Deßwegen  wurde  in  allen
Gesellschaften  in  Rom  von  ihm  schlecht  gesprochen;  der  Konig
von  Frankreich  —  hieß  es  —  lebe  weibischer,  als  König  Salomo.
Fede  kleine  Anekdote  von  Paris  wurde  durch  die  Nepoten  weiter
  verbreitet.  Dem  französischen  Ambassadeur  war  es  nicht
angenehm,  fortwährend  solche  Seitenhiebe  auf  seinen  Koͤnig
führen  zu  seben.  Er  berichtet  nach  Paris,  und  der  Koͤnig
schickt  einen  Gesandten,  Herzog  von  Crequi,  nach  Rom,  dem
Pabste  wehe  zu  thun,  und  mit  ein  paar  Aufträgen,  die  ihm
dazu  die  beste  Gelegenheit  gaben.

Er  sollte  einem  Todfeinde  des  Pabstes  den  Cardinalshut
  verschaffen,  und  dann  den  langen  Streit,  den  Ludwig
wegen  des  Jus  regalium  hatte,  ausmachen.  Kraft  der  Concordate
  und  des  Privilegiums,  das  der  Koͤnig  in  Frankreich
schon  1274  erhalten  hatte,  stand  das  Rechk,  von  erledigten
Kirchenpfründen  bis  zur  Wiederbesetzung  die  Einkünfte  zum
Fiskus  zu  ziehen,  dem  Könige  zu;  nun  macht  der  Pabst  die
Einschränkung,  daß  sich  das  päbstliche  Privilegium  nur  auf
die  Provinzen  erstrecke,  die  der  König  damals  gehabt  habe,
daß  also  das,  was  durch  den  westphälischen  Frieden  u.  s.  w.
in  seine  Hände  gekommen  sey,  nicht  dazu  gerechnet  werden
könne!  Der  König  behauptete  aber,  er  habe  das  Recht  nicht
kraft  des  päbstlichen  Privilegiums,  sondern  als  Majestärs
rrecht.