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an  (1670—4689).  Er  war  Sirtus  V.  ähnlich  als  Politiker,
noch  mehr  in  der  Reformation  seines  Hofs.  Die  päbstliche
Kammer  war  unter  den  vorigen  Regierungen,  wo  Nepoten
auf  Nepoten  kamen,  so  verschuldet  worden,  daß  allein  die
Zinsen  voin  diesen  Schulden  auf  einige  Millionen  Scudi  zu
steigen  anfingen.  Er  lebte  auf's  eingegogenste  für  sich.  Seine
Tefel  kostete  ihm  des  Tages  höchstens  einen  Thaler.  Er  zog
Cardinalsstellen,  Beneficien  ein,  und,  wie  er  eine  große
Summe  Geldes  beisammen  hatte,  negotiirte  er  ein  Capikal
zu  Genua  auf  drei  Prozente,  und  offerirte  nun  allen  Schuldnern,
  ob  sie  ihr  Geld  haben  wollten.  Dieß  machte  große  Revolution
  in  Rom;  die  Wenigsten  kounten  das  Anerbieten
annehmen;  er  behielt  ihre  Aulehen  daher  unter  der  Bedingung,
  daß  sie  statt  fünk  Prozent  nur  drei  Prozenr
bekämen.  6

JIanocenz  war  ein  allgemeiner  Reformator.  Auch  die
Juden  hatten  Rom  ruinirt.  Er  jagte  daher  einen  großen
Theil  fort,  und  den  Uebrigen  gebot  er,  die  Gassen  rein  zu
machen:  Unter  die  Schwächen,  die  man  von  ihm  bemerkt,
gehoͤrt,  daß  er  gegen  den  Putz  des  Frauenzimmers  so  sehr
eiferte.  Wenn  dieser  Putz  unterdeß  war,  wie  er  in  Wien
seyn  soll,  wo  sich  Joseph  II.  wie  der  Kirche  so  auch  der  Mode
erbarmen  muß,  war  der  Eifer  nicht  so  verkehrt;  desto  verkehrter
  war  sein  Eifer  gegen  die  Musik.  Er  fand  Aergerniß  daran,
daß  in  der  päbstlichen  Kapelle  so  viele  Kastraten  auftraten,
daß  selbsi  oft  unter  den  Priestern  Kastraten  seyen.  Man  half
sich  mit  der  Ausflucht:  was  ein  solcher  Priester  sich  habe  ausschneiden
  lassen,  stecke  er  in  die  Tasche,  und  dann  sey  kein
Hinderniß  für  ihn,  Priester  zu  seyn  und  Messe  zu  lesen.

Unter  seinen  Erb-,  Leib=  und  Namensfeinden  waren  die
Jesuiten,.  Er  konnte  sie,  gleich  Sirtus  V.,  für  seinen
Tod  nicht  leiden,  weil  sie  die  rebellischen  Söhne  waren,  die

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