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immer  dem  heiligen  Vater  vordemonstriren  wollten.  Sie  hatten
  ihm  aber  auch  zwei  Treffe  gegeben,  über  welche  der  Pabst
lange  zu  schreien  Ursache  hatte.

Der  erste  waren  die  Haͤndel,  die  si  e  ihm  mit  Frankreich
machten.  Unter  andern  nuͤtzlichen  Reformen,  die  er  in  Rom
vornehmen  wollte,  war:  Aufhebung  der.  Quartiersfreiheit.  In
das  ganze  Quartier,  wo  die  franzoͤsischen,  spanischen,  portugiesischen
  Gesandten  waren,  durfte  die  paͤbstliche  Wache  nie
hineinkommen.  Es  begab  sich  daher  die  halbe  Stadt  unter
den  Schutz  bald  dieses,  bald  jenes,  besonders  des  franzoͤsischen
Gesandten.  Also,  so  viele  Gesandte  in  Rom,  so  viele  Fora
privilegiata;  status  in  statu.  Fast  alle  Polizei  mußte  aufhören.
  Innocenz  versuchte,  den  Unfug  durch  Traktate  mit
einigen  katholischen  Mächten  hinwegzuräumen.  Der  kaiserliche
  Gesandte  gab  im  Namen  seines  Herrn  nach,  auch  der
spanische;  allein  der  französische  Gesandte,  Marquis  von  Lavardin,
  nicht,  so  schonend  man  auch  gerade  hier  verfahren
war.  Denn  so  lange  der  frühere  franzbsische  Gesandte  da
war,  der  sich  einmal  daran  gewöhnt  hatte,  wollte  Innocenz
diese  Quartiersfreiheit  (Franchigie  von  den  Italienern  genannt)
  nicht  abschaffen.  Zu  diesen  Händeln  kamen  andere
wegen  des  Regale,  ob  nämlich  der  König  auch  in  den  Provinzen,
  die  er  erst  nach  Schließung  der  Concordate  unter
Franzl.  bekommen  hatte,  die  Bisthümer  besetzen  dürfe.  Wenn
man  mit  dem  Pabst  wie  mit  einem  andern  Menschen  umgehen,
  ihn  nicht  ganz  wie  einen  Proseribirten  behandeln  will,
so  ist  unstreitig,  daß  der  König  Unrecht  in  den  Streitigkeiten
hatte.  Denn,  was  der  König  von  Frankreich  in  Paris  war,
war  der  Pabst  als  Staatsregent  in  Rom.  Allein  diese  Streitigkeit
  that  dem  Pabst  nicht  so  weh,  als  eine  andere,  die  ihm
die  Jesuiten  verursachten.  Ein  Spanier  in  Rem,  Molinos,
  ein  guter  frommer  Mann,  ein  Möstiker,  zu  dem  der