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auch  in  den  Streitigkeiten  wegen  des  spanischen  Successions=Kriegs.
  Die  Jesuiten  lenkten  ihn  so  auf  die  französische
Seite,  daß  er  mit  Leopold  und  Kaiser  Joseph  I.  Händel  anfing.
  Diese  betrafen  nicht  allein  dogmatische  Angelegenheiten,
sondern  auch  das  Jus  primariarum  precum.  Dieser  Kaiser
ließ  aber  so  wenig  mit  sich  scherzen,  als  Joseph  II.  Der
Pabst  drohre  zwar  mit  dem  Bann,  erzählte  dem  Kaiser,  daß
eigenrlich  in  seinen  Händen  das  Königreich  sey.  Dennoch
aber  mußte  Seine  Heiligkeit  nachgeben.  1721  starb  Clemens
  XI.

Auf  ihn  folgte  Innocenz  XIII.  (17241—1724),  unter
welchem  der  Kirchenstaat  eine  glückliche  Periode  hatte.  Alles
lebte  auf.  Er  war  nicht  zu  geigig  und  nicht  zu  verschwenderisch,
  ließ  sich  in  die  damaligen  Händel  in  Italien  nicht
ein,  lebte  gut  und  haushälterisch;  aber  schon  4724  starb  er,
und  auf  ihn  kam  der  bekannte  bldde,  einfältige  Pabst  Benedikt
  XIII.  (1724  —  1750.)  Dieser  wollte  durchaus  nicht
Pabst  werden.  Es  war  ihm,  gegen  die  Gewohnheit,  wirklich
Ernst.  Er  fing  an  bitterlich  zu  weinen,  bis  ihm  sein  Ordensgeneral
  besahl,  er  müsse  Pabst  werden.  Nun  wurde  er
zwar  Pabst,  aber  er  war  es,  wie  er  lebte!  Aeußerst  elend.
In  seinem  Zimmer  standen  ein  paar  zerbrochene  Tische,  bölzerne
  Stühle.  Den  ganzen  Tag  beschäftigte  er  sich  mit  Andachtsübungen,
  schlich  sich  in's  Kloster,  ließ  sich  Pönitenz  von
einem  Dominikanerbruder  im  Kloster  geben,  und  sang  herzlich
während  der  Zeit  Bußpsalmen.  Sein  schönster  Einfall  ist  der
mit  den  Malereien  Raphaels  im  Vatican.  So  gottlose,
nackte  Figuren!  Er  wollte  alle  überstreichen  lassen,  in  der
erbaulichen  Absicht,  das  Leben  der  Maria  von  einem  elenden
Schmierer  darauf  malen  zu  lassen.  Die  Römer  jammerten:
der  größte  Theil  ihres  Brodes  beruhe  auf  den  Kunsiwerken,
die  so  viele  Reisende  herbeiziehen,  zu  sehen,  was  ihre  Vorfahren