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Pabst  durch  Einen,  den  der  Pabst  fuͤr  einen  Todfeind  von  Coscia
  hielt,  melden:  wenn  er  sehen  wolle,  wie  der  Cardinal  eine
Dame  bei  sich  habe,  solle  er  nur  durch's  Schluͤsselloch  sehen.
Se.  Heiligkeit  kommen  herbei,  schauen  durch's  Schlüsselloch,
Coscia  betet  inbrünstig.  Von  der  Zeit  an  war  der  Yabst
nicht  mehr  von  dem  Manne  abzubringen,  der  den  ganzen
Kirchenstaat  ruinirte.  Alle  Vergleiche,  die  unter  seiner  Regierung
  mit  den  Königen  geschlossen  wurden,  z.  B.  ein  nothwendiger
  Vergleich  mit  Sardinien,  gingen  immer  durch  Coscia's
  Hand.

Es  kamen  überhaupt  unter  seiner  Regierung  nur  vorzüglich
  zweierlei  Sereitigkeiten  vor.  Erstlich  eine  minder  wichtige,
  die  er  mit  Portugal  hatte,  und  eine  sehr  interessante
mit  dem  Kanton  Auzern.  Die  mit  Portugal  war  folgende:
  Man  traktirte  den  König  von  Portugal  seit  1640,
wo  die  Narion  sich  frei  machte,  nur  immer  als  einen  halben
Kdnig.  Er  war  sreilich,  verglichen  mit  den  großen  Kdnigen  von
Frankreich  uud  Spanien,  elnigermaßen  so  zu  behandeln;  wie
aber  immer  in  solchen  Fällen  Niemand  den  Trotzigern  machte,
als  der  Pabst,  war  es  hier.  Bis  auf  diese  Zeit  hatten  die
Könige  von  Portugal  in  Rom  nicht  alle  die  Rechte  der  übrigen
  Könige  genossen;  z.  B.  wer  Nuntius  an  der  letzteren
Hofe  war,  hatte  das  Patent  zum  Cardinal  bei  der  ersten
Promotion  schon  in  der  Tasche,  war  gleichsam  vorher  schon
dazu  ernannt.  Dieß  Recht  prätendirte  nun  der  König  von
Portugal  für  seinen  Nuntius  auch,  und  Coscia,  der  baare
Gründe  sehen  wollte,  bestand  darauf,  es  ihm  abzuschlagen.
Der  nachfolgende  Pabst  gab  etwas  mitleidiger  nach.

Die  Händel  mit  Luzern.  In  Luzern  ist  einer  von
den  drei  perpeluirlichen  Nuntien,  die  der  Pabsi  in  Deutschland
  hatte,  da  man  die  Schweiz,  wenigstens  im  hierarchischen
Verhältnisse,  noch  zu  Deutschkand  rechnen  kann.  Unter  dem