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würden;  und  doch  war  der  Besitz  der  Kirchengüter  längst  im
westphälischen  Frieden  gesichert.  Nicht  besser  ging  es  mit
seinen  Unionsversuchen  in  Betreff  der  griechischen  Kirche.  Die
Katholiken  trieben  in  Konstantinopel  einen  alten  abgesetzten
Patriarchen,  Jeremias  III.,  auf,  der  schon  vor  mehreren
Jahren  auf  den  Berg  Sinai  verwiesen  war,  von  dort  wieder
zurückkam  und  Patriarch  werden  wollte.  Dieser  wurde  vom
französischen  Gesandten  und  von  dem  Pabste  unterstützt,  daß
er  sich  die  Patriarchenstelle  kaufen  konnte.  Er  versprach  dafür
  dem  Pabste:  er  wolle  ihm  die  griechische  Kirche  unterwerfen,
  und  trat  wirklich  mit  einem  Theile  seines  Clerus  in
die  Gemeinschaft  der  Lateiner;  allein  es  war  bei  ihm  bloß
darauf  angesehen,  den  Pabst  durch  die  Griechen,  und  die  Griechen
  durch  den  Pabst  zu  steigern.  Denn  sobald  ihm  ein  reicherer
  Abtrag  in  der  Moldau  versprochen  wurde,  abstrahirte
er  von  seinen  Unionsversuchen,  bis  der  elende  Mensch,  da  er
noch  einmal  eine  Forderung  machte,  von  der  Pforte  für  einen
Rebellen  erklärt  und  strangulirt  wurde,  und  die  Griechen  eine
schriftliche  Confirmation  für  ihren  von  Rom  unabhängigen
Patriarchen  erhielten.

Die  ganze  Regierung  dieses  Pabstes  ist,  im  Ganzen  genommen,
  höchst  unbedeutend;  in  Beziehung  auf  den  Kirchenstaat
  aber  hochst  verderblich,  besonders  da  er  so  viele  Lotterien
errichten  ließ,  die  das  durch  den  Kornhaudel  der  pöäbstlichen
Kammer  ohunehin  schon  zerrüttete  Land  völlig  zu  Grunde  richteten.
  Um  ihn  jedoch  nicht  ganz  ungelobt  zu  lassen,  muß
man  einige  seiner  literarischen  Verdienste  berühren.  Er  ließ

viele  Seminarien  in  Rom  errichten.  Dieses  Verdienst  verringert
  sich  aber,  wenn  man  weiß,  daß  diese  Seminarien  zur
Bekehrung  der  Protestanten  in  Deutschland,  England  und  den
Niederlanden  größtentheils  von  dem  Lotteriegelde  errichtet  wurden.
  Er  ließ  auch  gelehrte  Mönche  nach  dem  Morgenlande