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abgethan,  und  wo  mit  Leichtigkeit  die  Zeugen  abgehört  werden
  konnten,  erst  nach  Rom  durch  eine  Menge  von  Appellationen
  gezogen  werden  sollten.  Daher  machte  er  Zinzendorf
zum  schlesischen  Pabsi;  verordnete,  daß  alle  Angelegenheiten,
die  bisher  aus  Schlesien  nach  Rom  abgegangen  seyen,  künftig
  an  ihn  zur  Entscheidung  kommen  sollren.  Einem  Pabste
von  den  billigen  Gesinnungen,  wie  Benedikt  XIV.  sie
hatte,  war  im  Grunde  an  Schlesien  nicht  viel  gelegen;  aber

es  war  ihm  um's  Beispiel  zu  thun.  Wie  der  König  in  Schlesien,
  hatte  man  schon  lange  gefürchtet,  werde  es  der  König

von  Portugal  in  Lissabon  machen.  Diesem  Beispiel  härte  dann

auch  der  Kaiser  in  seinen  Staaten  folgen  kdunen.  In  Frankreich

  war  auch  einmal  die  Idce  rege  gewesen,  einen  besondern

französischen  Patriarchen  zu  machen.  Der  Pabst  schrieb  zuerst

  an  Zinzendorf,  bat  ihn,  die  Gewalt  nicht  anzunchmen;

dieser  aber  war  schon  einmal  durch  ein  Commando  von  Husaren

  belehrt  worden,  konnte  also  den  Wünschen  des  Pabstes

sich  nicht  bequemen,  und  wenn  er  wirklich  selbst  nicht  gewolle,

so  hätte  der  König  einen  andern  Bischof  gesetzt.  Der  Pabst

schrieb  an  den  Kaiser  und  an  Maria  Theresia,  doch  beim

Könige  zu  intercediren;  allein  die  Letztere  hätte  eine  Intercession

  bei  ihm  selbst  ndthig  gehabt.  Er  klagte  seinen  Cardinälen,

  sie  sollten  ihm  rathen.  Die  Cardinäle  ließen  sich

vorklagen;  endlich  schrieb  er  an  Zinzendorf:  er  mochte  nach  Rom

kommen.  Dieser  aber  antwortete:  er  sey  ein  alter  podagrischer

Mann,  der  Weg  sey  ihm  zu  der  Reise  zu  weit;  so  daß  der
Pabst  nichts  übrig  hatte,  als  sua  autoritate  Zinzendorf  zum

General-Vicar  zu  ernennen.  Man  sah  aber  aus  dem  Vorgange

  in  Schlesien,  was  auch  aus  andern  Begebenheiten  erhellt,

daß  sie  in  Rom  in  eigentlichen  Staatssachen  und  der  Statistik  der
Kdnigreiche,  die  unter  ihnen  standen,  unerträglich  unwissend  seyn
mußten,  und  für  politische  Verhältnisse  keinen  Blick  hatten.